EU-Nachrichten 1. Oktober 2026: | Innovativer Unterricht | UN-Woche | Westbalkan | Kommunikationskanäle bei Krisen | EU-Außengrenzen | Start-ups und Scale-ups | DiscoverEU | Zollsystem | Freihandelsabkommen | EU-Forschung zu Hepatitis B | Europäische Hochschulallianzen | Kampagne zum EU-Haushalt | Bürgerforum | Bildungsangebote | Festival of Lights
Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wir beschäftigen uns in dieser Newsletter-Ausgabe mit diversen Themen rund um Bilden, Lehren und Lernen, und wir beginnen mit preiswürdigen Leistungen: gestern wurden die diesjährigen Gewinner des Europäischen Preises für innovativen Unterricht bekannt gegeben. 112 Erasmus+-Projekte wurden ausgezeichnet, drei Preise gehen nach Deutschland: nach Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt, Freising in Bayern und Bitburg in Rheinland‑Pfalz. Wir gratulieren! Mehr aus diesem Themenbereich weiter unten, in der Rubrik Veranstaltungen und Tipps.
Viele Grüße vom Presseteam der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Haben Sie noch eine schöne Woche!
Highlights
Die vergangene und auch die laufende Woche ist geprägt von großen Reisen: zum einen in die USA, zum anderen auf den Westbalkan. Im Rahmen der 81. UN-Generalversammlung in New York vertrat Kommissionspräsidentin Ursula von Leyen mit EU-Ratspräsident António Costa, der Hohen Vertreterin Kaja Kallas und einem Team aus dem Kommissionskollegium Europa. Von der Leyen sprach u.a. über die Bedeutung des Multilateralismus (hier), den Schutz von Kindern in Zeiten von KI (hier), über die globale Meeresbeobachtung (hier und hier) sowie drei neue „Global Gateway“-Investitionen für mehr globale Gesundheitsresilienz in den Partnerländern. Mehr dazu hier und hier. Aktuell befindet sich Kommissionspräsidentin von der Leyen auf dem Westbalkan, begonnen hat sie ihre Reise in Albanien. Details hier.
Grenzüberschreitende Kommunikation von Einsatzkräften bei Krisen kann herausfordernd sein - das haben wir im August miterlebt, als es im Hohen Venn in Belgien gebrannt hat und auch von deutscher Seite Hilfe kam und eingebunden wurde. (Wir haben hier dazu berichtet). Die Kommission hat nun einen Vorschlag für ein neues europäisches Kommunikationssystem vorgelegt, für eine bessere Koordinierung von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Katastrophenschutzteams. Details hier.
Die Europäische Kommission hat einen 5-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem die EU-Außengrenzen gestärkt werden sollen. Das Ziel: plötzliche, massenhafte illegale Einreisen verhindern, antizipieren und darauf reagieren. Details hier.
Wie werden aus starken Ideen in Europa erfolgreiche Unternehmen – und wie können Start-ups hier gründen, wachsen und international durchstarten? Um diese Fragen ging es beim Besuch der EU-Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation, Ekaterina Sachariewa, in Bayern. Die Themen reichten von KI und Quantentechnologie über Luft- und Raumfahrt bis hin zu Clean Tech. Mehr dazu hier (Text) und hier (Bilder)
Einsteigen und Europa entdecken: heute, am 1. Oktober, hat die nächste Bewerbungsphase für rund 41.000 DiscoverEU-Reisetickets durch Europa begonnen. 18-jährige Europäerinnen und Europäer können sich bis zum 15. Oktober für ein kostenloses Zugticket bewerben (über diesen Link). Losfahren kann man dann ab Anfang März, jeweils für 30 Tage. Für junge Menschen aus Deutschland sind rund 7.000 Tickets reserviert. Weitere Details hier.
Eine neue Ära für das Zollsystem in Europa: EU-Zollreform tritt in Kraft und markiert den Beginn eines besseren und einfacheren Zollsystems. Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, erklärte: „In einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld braucht Europa eine Zollunion, die den Anforderungen der heutigen Welt gerecht wird.“ Mehr dazu hier.
Die Europäische Union treibt den Ausbau ihres Freihandelsnetzes massiv voran. Allein im laufenden Jahr hat die EU Freihandelsabkommen mit Indien, dem Mercosur, Mexiko, Australien und Indonesien unterzeichnet. Nun kam eine weitreichende Einigung über ein Freihandelsabkommen mit den Philippinen dazu - eine große Chance für EU-Exporteure, die bereits jährlich Waren im Wert von über 8 Milliarden Euro in die Philippinen verkaufen. Mehr hier.
Weitere Pressemitteilungen zu aktuellen Themen finden Sie hier (Vertretung der Kommission in Berlin) und hier (Presseraum/Sprecherdienst der Kommission in Brüssel). Für unseren täglichen Newsletter kann man sich hier anmelden. Und folgen Sie uns gerne auch auf den sozialen Medien: Facebook, X, Instagram.
Europa vor Ort
EU-Forschung entwickelt neue Wege zur langfristigen Heilung für Hepatitis B
Rund 3,6 Millionen Menschen in Europa sind chronisch mit Hepatitis B infiziert. Viele bemerken ihre Infektion erst, wenn bereits schwere Leberschäden aufgetreten sind, sodass sie auf eine lebenslange Behandlung angewiesen sind. Obwohl es bereits seit mehr als 40 Jahren einen Schutzimpfstoff gibt, gibt es nach wie vor keine Heilung für Menschen, die bereits an dieser Krankheit leiden. Mit den derzeit erhältlichen antiviralen Arzneimitteln kann das Virus zwar unterdrückt, aber nicht beseitigt werden.
Dank Kombinationstherapie müssen Erkrankte nicht mehr lebenslang Medikamente einnehmen
„Die Leute glauben, wir hätten das Problem gelöst, weil wir eine Schutzimpfung haben. Für die Millionen Menschen, die bereits mit chronischer Hepatitis B leben, trifft das jedoch einfach nicht zu“, sagt Professorin Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und bei Helmholtz Munich. Ulrike Protzer leitet ein internationales Forschungsteam, das in der EU-finanzierten Forschungsinitiative „TherVacB“ an einem neuen Impfstoff für Menschen mit chronischer Hepatitis B arbeitet. Während herkömmliche Hepatitis-B-Impfungen einer Infektion vorbeugen, richtet sich TherVacB mit einer therapeutischen Impfung an Menschen, die bereits chronisch infiziert sind.
„Ich bezeichne Hepatitis B als die am häufigsten vernachlässigte Krankheit in der Welt“, sagte Protzer. Anstatt das Virus direkt anzugreifen, stellt sich ihr Team eine andere Frage: Kann das Immunsystem selbst darauf trainiert werden, die Kontrolle zurückzuerlangen? Ziel ist es, eine Immunantwort nachzubilden, wie sie bei Menschen auftritt, die sich später im Leben mit Hepatitis B infizieren und diese auf natürliche Weise überwinden.
Grund zur Hoffnung
Nachdem man erkannt hatte, dass wahrscheinlich kein einzelner Ansatz das Problem allein lösen würde, schlossen sich die Teams von TherVacB und des EU-finanzierten Immunforschungsprojekts IP cure B im Jahr 2023 zusammen. Sie tauschten Fachwissen aus, verglichen ihre Ergebnisse, und untersuchten, wie verschiedene immunbasierte Strategien letztlich kombiniert werden könnten, um die Chancen der Erkrankten auf eine langfristige Linderung zu verbessern.
„Wenn die Viruslast hoch bleibt, sind die Immunzellen überfordert“, erklärte Protzer. „Der logische Schluss ist, zunächst die Viruslast zu reduzieren und anschließend die Immunantwort zu aktivieren.“
Kombination von Stärken
Forschende sind zunehmend der Ansicht, dass die Kombinationstherapie der Schlüssel sein wird. Wird das Virus zunächst mithilfe antiviraler Medikamente oder neuer antiviraler Technologien eingedämmt, ist das Immunsystem anschließend möglicherweise besser in der Lage, auf therapeutische Impfstoffe oder andere auf immunbasierte Behandlungen anzusprechen.
Hoffnung auf Heilung
Die jüngsten klinischen Fortschritte haben diesen Optimismus noch verstärkt. Mehrere experimentelle Therapien haben gezeigt, dass bei einem Teil der Erkrankten eine funktionelle Heilung erreichbar ist. Eine solche funktionelle Heilung könnte bedeuten, dass die Erkrankten wenigere Jahre lang Medikamente einnehmen müssen, weniger Sorgen haben und ein geringeres Risiko besteht, dass sich die Lebererkrankung zu einer Leberzirrhose oder zu Krebs entwickelt.
Es wird nicht erwartet, dass eine einzelne Therapie die Lösung bietet, doch die Kombination neuer antiviraler und immunbasierter Ansätze könnten den Beginn eines neuen Kapitels in der Hepatitis-B-Forschung markieren, in dem sich das Blatt von der Eindämmung der Krankheit hin zu ihrer Heilung wendet.
Weitere Informationen im Artikel des EU-Forschungsmagazins Horizon „Seeking a lasting cure for hepatits B“, veröffentlicht im Juli 2026.
Europa in Zahlen
Grenzenlose Kooperation in Forschung und Lehre – mehr als 570 Hochschulen arbeiten derzeit in 65 Europäischen Hochschulallianzen zusammen
Zusammenarbeit in Europa heißt auch, Beteiligung zu ermöglichen – und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen! Europäische Hochschulallianzen setzen genau hier an: Sie verbinden Hochschulen und schaffen Räume für gemeinsame Entwicklung, in Studium, Lehre und Forschung. Deutschland ist an diesen Allianzen breit beteiligt.
Seit 2019 fördert die Europäische Union (EU) mit der Initiative „Europäische Hochschulen“ Zusammenschlüsse von Hochschulen, die besonders weitreichende Formen der Zusammenarbeit erproben. Die Europäischen Hochschulen sind eine der Flaggschiff-Initiativen der Europäischen Hochschulstrategie der EU-Kommission, die sich u.a. zum Ziel gesetzt hatte, 60 Allianzen mit 500 beteiligten Hochschulen bis Mitte 2024 aufzubauen (etwa 10 Prozent der Hochschulen in Europa). Dieses Ziel wurde übertroffen: Aktuell gibt es 65 Europäische Hochschulallianzen mit mehr als 570 beteiligten Hochschulen aus 35 Ländern. Aus Deutschland sind insgesamt 68 deutsche Hochschulen an 60 von 65 geförderten Allianzen beteiligt. Damit ist Deutschland Spitzenreiter bei der Beteiligung an der Initiative.
Die Europäischen Hochschulen gehen auf eine Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zurück. Die grenzüberschreitenden Hochschulallianzen sollen die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre bündeln, den europäischen Hochschulraum stärken und ihn krisenfester machen. Die Förderung der Allianzen ist fester Bestandteil des EU-Programms Erasmus+. Bis 2027 stehen dafür rund 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung.
Einen Überblick über alle aktuell geförderten Allianzen gibt es hier.
Veranstaltungen und Tipps
Europa mitgestalten: Zweite Kampagnenwelle zum EU-Haushalt gestartet
Jedes Jahr investiert die EU Gelder in Projekte direkt vor Ort – Orte, an denen man sich trifft, arbeitet, einkauft oder einfach zusammenkommt. Das Geld aus den europäischen Töpfen kommt damit am Wohnort, in der Nachbarschaft und im Alltag an. Eine zweite Welle unserer lokalen EU-Budgetkampagne „EU-Haushalt – Gemeinsam zahlt sich aus“ stellt über Plakate und digital ausgewählte Projekte zu besserem Waldbrandschutz, zu innovativen KI-Ansätzen in der Krebsforschung, und zur grenzüberschreitenden Digitalisierung der Stromnetze vor.
Waldbrandschutz bei der Stiftung Stift Neuzelle in Brandenburg: Mit Mitteln des EU-Haushalts wurden unter anderem Waldwege, Löschwasserentnahmestellen und weitere Maßnahmen für einen besseren Waldbrandschutz finanziert. Details hier.
TRYSUB – innovative Krebsdiagnose und -behandlung in Brandenburg: Die Technische Hochschule Wildau, DESY Zeuthen und die Universität Potsdam entwickeln gemeinsam eine neue Methode zur Krebsdiagnose und –behandlung. Mehr dazu hier.
Gabreta Smart Grids – intelligente Stromnetze für Bayern und Tschechien: Das grenzüberschreitende Projekt wird mit Unterstützung der Connecting Europe Facility (CEF) der EU finanziert. Es digitalisiert und modernisiert die Stromnetze, damit mehr erneuerbare Energien integriert werden können und die grenzüberschreitende Energieversorgung flexibler und sicherer wird. Details hier.
Bürgerbeteiligung: Stärkung der demokratischen Resilienz in der EU
Wie lässt sich die europäische Demokratie stärken, welche konkreten Vorschläge empfehlen europäische Bürgerinnen und Bürger der Kommission? Dieses Ziel verfolgt das neue Bürgerforum zur demokratischen Resilienz, das kürzlich mit der ersten Online-Sitzung begonnen hat. Insgesamt sind bis November drei Sitzungen mit jeweils 150 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten geplant. Details hier. Auch Sie haben Ideen dazu, was die EU tun kann, damit alle aktiv an der Demokratie teilhaben und sie mitgestalten können? Hier kann man sich online einbringen und mitdiskutieren. Und das in jeder der 24 EU-Amtssprachen.
Inhaltlich dazu passend startet in der kommenden Woche auch in Deutschland die zweite Phase der Demokratiekampagne „Gestalte unsere Demokratie. Schützen, was uns wichtig ist.“ Das erklärte Ziel lautet: die Europäischen Bürgerforen und die Plattform für Bürgerbeteiligung der Europäischen Kommission bekannter machen, Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Teilnahme an Online-Debatten und lokalen Veranstaltungen zu ermutigen.
Aktualisierte Bildungsangebote der EU-Kommission
Passend zum Internationalen Tag des Übersetzens am 30. September, zum Welttag der Lehrer:innen am 5. Oktober sowie zum kürzlich begangenen Europäischen Tag der Sprachen am 26. September haben wir einige Hinweise auf aktualisierte Bildungsangebote zusammengestellt, von denen sowohl Lehrkräfte und Bildungsfachkräfte als auch Schulen, Politiker:innen, Interessenvertreter:innen und Eltern profitieren.
Der Rahmenplan zu KI-Kompetenz (Hier) ist jetzt in allen EU-Amtssprachen verfügbar. Man findet hier praktische Beispiele für Lehrkräfte, Lerngestalter:innen und Eltern, außerdem Leitlinien zu digitaler Bildung samt benutzerfreundlicher Erklärvideos. Zwei Beispiele: ethische Nutzung von KI (hier) und Bekämpfung von Desinformation (hier).
Speziell zum Welttag der Lehrer:innen weist die DG EAC auf das Netzwerk eTwinning hin, das aktuelle Jahresmotto lautet "Zukunftsfähige Schulen" (hier verlinkt). Hier kann man sich über den Europäischen Preis für innovativen Unterricht und die aktuellen Preisträger informieren. Und es gibt eine neue Plattform für Interessenvertreter:innen (hier), die das Ziel verfolgt, die Lesefähigkeit junger Menschen zu fördern.
Berlin: Festival of Lights und Familiennacht bei ERLEBNIS EUROPA (bis 17. Oktober)
Das ERLEBNIS EUROPA im Europäischen Haus Berlin (in Sichtweite des Brandenburger Tors) beteiligt sich am Festival of Lights 2026 und an der Familiennacht. An fünf Abenden ist die Ausstellung bis 22.30 Uhr geöffnet. Zwischen 19 und 22.30 Uhr gibt es LED-Shows und Walking Acts mit der Flow Artist und Hula-Hoop-Künstlerin Ka Whoops sowie Musik mit einem DJ. Zur Familiennacht am Samstag, 10. Oktober, können Besucherinnen und Besucher von 17 bis 22 Uhr leuchtende Zauberstäbe basteln; außerdem gibt es Tattoos, Pixi-Bücher und weitere Angebote für Familien. Am Samstag, 17. Oktober, können von 19 bis 22 Uhr leuchtende Schmuckstücke passend zum Festival-Motto „Colours of Love“ gestaltet werden. Das Programm ist eine gemeinsame Veranstaltung des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. Details hier.
Weitere Veranstaltungen bzw. Termine finden Sie hier in unserem Überblick auf die kommenden Tage. Sie können unsere Terminvorschau auch abonnieren.
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