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Vertretung in Deutschland

EU-Nachrichten

Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe  – unser Überblick über die wichtigsten Entscheidungen, Aktionen, Bilder und Termine dieser Woche. Abonnieren Sie den wöchentlichen Newsletter, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

  • 3. September 2026

EU-Nachrichten 03.09.2026: | SOTEU | Sprengstoff-Drohne Leipzig | Waldbrände | Hilfe für Landwirtschaft| #LassReden| Dessau-Roßlau | Zukunftstechnologien| Drohneneinsatz zur Waldbrandbekämpfung | Jugendarbeitslosigkeit | SZummerBreak Jugendfestival | Juvenes Translatores   

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,  

Mit dem Ende der Sommerpause steuern wir auf die Rede von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Lage der Europäischen Union am 16. September im Europäischen Parlament zu. Es ist Gelegenheit, das vergangene Jahr zu reflektieren, die Prioritäten der EU zu benennen und neue Initiativen anzukündigen. Countdown und mehr Informationen zur SOTEU-Rede hier. Die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin und die Regionalvertretungen in Bonn und München laden zusammen mit Mitorganisatoren zur Live-Übertragung Rede und zur anschließenden Diskussion ein (mehr hier). Wir freuen uns auf viele Teilnehmende und den gemeinsamen Austausch zur Zukunft Europas! 

Ob Auswirkungen des Extremwetters auf die Landwirtschaft, europäische Solidarität bei Waldbränden oder unsere Initiativen, Europa vor Ort für alle erlebbar zu machen - die Sommerwochen waren mit vielen Themen gefüllt, die wir als Rückschau in den Highlights aufgreifen.  

Viele Grüße vom Presseteam der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Haben Sie noch eine schöne Woche! 

Highlights

Volle Solidarität mit Deutschland, enge Abstimmung EU/NATO: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich nach dem versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte getroffen. Die beiden sprachen über die Reaktion der EU und die Notwendigkeit, mehr in Verteidigung zu investieren. Mehr hier. Bei dem Gespräch ging es auch um die Unterstützung für die Ukraine, von der Leyen bestätigte den Eingang eines weiteren Zahlungsantrags. Am Unabhängigkeitstag der Ukraine, dem 24. August, hatte die Europäische Kommission neue Rüstungsbeschaffungen für die Ukraine in Höhe von 6,1 Milliarden Euro genehmigt. Details hier

Europa hat einen weiteren heißen und trockenen Sommer mit intensiven Waldbränden erlebt. Schon vor Beginn der Waldbrandsaison hatte die EU die rescEU-Reserve zur Unterstützung der nationalen Ressourcen verstärkt. Bis zum 24. August mussten neun Länder den EU-Katastrophenschutzmechanismus für Waldbrände aktivieren. Deutschland kam u.a. Frankreich zu Hilfe, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dankte der Bundeswehr und allen Einsatzkräften: “Das ist europäische Solidarität in Aktion.” Die für Vorsorge und Krisenmanagement zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib sprach in den deutschen und belgischen Waldbrandgebieten im Hohen Venn mit Betroffenen, Einsatzkräften und politischen Akteuren. Mehr zu ihrem Besuch hier  

Dieser Sommer war auch für Landwirtinnen und Landwirte in der gesamten EU schwierig. Dürre und extreme Hitze setzen die Ernten, das Futter, die Viehbestände und die Einkommen der Betriebe zunehmend unter Druck. Geopolitische Spannungen und eine Unterbrechung der Versorgung trieben die Preise für Düngemittel nach oben. Wie die EU-Kommission gegensteuert und hilft, dazu mehr hier und hier

Sehr große Online-Suchmaschinen und –Plattformen (mit mindestens 45 Millionen Nutzern im Monat) haben eine besondere Verantwortung. Das ist im Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act/DSA) festgelegt. Die Kommission hat Anfang der Woche den KI-Bot ChatGPT, das Online-Forum Reddit und die Spieleplattform Roblox entsprechend eingestuft. Mehr hier

Am Montag war auch der Stichtag für die EU-Mitgliedstaaten, ihre nationalen Pläne mit Reformen und Investitionen im Rahmen von NextGenerationEU umzusetzen. Mit diesem Programm hatte die EU gemeinsam auf zwei große Krisen reagiert: die COVID-19-Pandemie und die groß angelegte Invasion Russlands in die Ukraine. Bisher wurden 440 Milliarden Euro an die Mitgliedstaaten ausgezahlt. Informationen zum Stichtag hier, eine Karte der unterstützten Projekte hier

Zwischenbilanz von #LassReden, der Jugendkampagne der EU-Kommission in Deutschland: In den vergangenen Monaten haben wir mit mehr als 1.500 junge Menschen aus ganz Deutschland über ihre Sorgen, Ideen und Hoffnungen gesprochen – online und offline. Offt genannt wurden hohe Lebenshaltungskosten, Zugang zu Bildung, die Arbeitswelt von morgen, Migration und Polarisierung, Klimawandel und Sicherheit. Videos mit Antworten von Kommissionspräsidentin von der Leyen und anderen Kommissionsmitgliedern auf diese Fragen sind hier  verlinkt.  

Europa vor Ort erleben: Mit dem neuen EU-Bürgerbüro - dem EUROPE DIRECT – in Dessau-Roßlau hat am hat am 20. August ein neuer Ort für europäische Information, Begegnung und Dialog offiziell seine Türen geöffnet. Die Kommissionsvertreterin in Deutschland Barbara Gessler betonte: „Diese Entscheidung zeigt das Vertrauen der Europäischen Kommission in die erfolgreiche europäische Informations- und Dialogarbeit vor Ort”. Mehr hier und im Bewegtbild hier.  

Auch bei der Förderung von Zukunftstechnologien ist in den vergangenen Wochen viel passiert. Die Kommission hat den Scaleup Europe Fonds gestartet (hier), es läuft eine Ausschreibung zur Errichtung von bis zu sieben KI-Gigafabriken (hier) und es können Anträge auf zinslose Darlehen für Projekte zur Herstellung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge eingereicht werden (hier). 

Weitere Pressemitteilungen zu aktuellen Themen finden Sie hier (Vertretung der Kommission in Berlin) und hier (Presseraum/Sprecherdienst der Kommission in Brüssel). Für unseren täglichen Newsletter kann man sich hier anmelden. Und folgen Sie uns gerne auch auf den sozialen Medien: FacebookXInstagram.

Europa vor Ort

Waldbrände mit Drohnen und KI in Bayern und Tschechien früh aufspüren 

Bei einem Brand zählt jede Sekunde, das weiß auch Stefan Geißelsöder. Der Professor für Angewandte Künstliche Intelligenz an der Hochschule Ansbach in Bayern sagt: „Der Faktor Zeit ist entscheidend. Und eine Drohne ist schnell beim Geschehen vor Ort." Und das sind in diesem Fall Waldbrände.  

CTRL-F heißt das europäische Forschungsprojekt, das Geißelsöder und sein Team mit Unterstützung der EU vorantreiben. Die Abkürzung steht für Cross-Border Technologies for Rapid Localisation of Fire – Grenzüberschreitende Technologien zur raschen Lokalisierung von Bränden. Mit Hilfe von Drohnen, Sensoren und Künstlicher Intelligenz (KI) wird im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet daran gearbeitet, Brände in den Nationalparks Šumava und Bayerischer Wald frühzeitig aufzuspüren und zu bekämpfen. (Bilder dazu auf unserem Instagram-Account hier). 

Die EU-Kommission fördert das dreijährige Forschungsvorhaben bis 2028 über das Programm Interreg Bayern-Tschechien mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 1,2 Millionen Euro. „Die Förderung ermöglicht uns, das Projekt auch in dieser Größenordnung aufzuziehen", sagt Geißelsöder. 

Erste Feldversuche im Landkreis Cham 

Erste Tests laufen bereits im Neubäuer Forst im Landkreis Cham. Dort steht nahe Roding mitten im Wald auf dem Gelände eines Wasserwerks eine Docking-Station für Drohnen. Von einer „Drohnengarage" spricht Geißelsöder, der mit seinem Team das feuerrote Flugobjekt für die Erkennung von Waldbränden trainiert. Stündlich bricht die Drohne mit einer Reichweite von rund zehn Kilometern zum Kontrollflug auf. Die KI-Analyse der Wärmebilder ist dabei so genau, dass sich erkennen lässt, ob am Boden gegrillt wird oder ein Brandherd schwelt. Geißelsöders Vision: „Die KI so weit trainieren, dass die Drohne den Brandherd nicht nur selbstständig erkennt, sondern die gesamte Lage autonom genauer untersucht.“ 

In einem Testgebiet im Wald sind zudem spezielle Sensoren befestigt. Sie können Brandgase erkennen und schlagen bei Feuer Alarm. Das löst automatisch den Start einer Drohne aus, die über eingebaute Kameras den Einsatzkräften aus der Luft Daten zum Brandgeschehen am Boden liefert. „Die Reaktionen der Feuerwehrkräfte aus den ersten Tests sind durchweg positiv", sagt Geißelsöder. 

Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und anhaltender Trockenheit erhöht auch das Waldbrandrisiko. Allein 2026 sind nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS in der EU bis Mitte August rund 622.000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen, mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Durchschnitt. (Deutschland: bislang 3.049 Hektar.) Die EU hat darauf reagiert und stellt über das Programm rescEU 22 Löschflugzeuge und 5 Helikopter bereit. Auf Zypern soll im Zuge der neuen Strategie zur Bekämpfung der zunehmenden Waldbrandgefahr ein Europäisches Brandbekämpfungszentrum entstehen, etwa um Einsatzkräfte zu schulen. Hadja Lahbib, Mitglied der EU-Kommission für Krisenvorsorge und -Management, erklärt: „Waldbrände machen nicht an Ländergrenzen halt, und das sollte auch für unsere Reaktion gelten." 

Forscher Stefan Geißelsöder sagt über den Vorteil der europäischen Zusammenarbeit beim Projekt CTRL-F: „Wir lernen von den Einsatzkräften von beiden Seiten der Grenze." 

Erste Anfragen für Einsatz 

Am Projekt sind auch Startups aus der Region beteiligt wie die Software-Firmen NeuralDrones und KI64 aus Bayern sowie Drony Sit im tschechischen Pilsen, das Drohnenlösungen für den Katastrophenschutz entwickelt. 

Auch Löschdrohnen sind denkbar, die in einer ersten Phase nach Brandausbruch die Feuer bekämpfen, ehe Einsatzkräfte mit schwerem Gerät vor Ort sind oder aus der Luft eingreifen können. Zudem wird an „Feuerlanzen" gearbeitet. Sie senden GPS-Signale an die Drohnen und können nach einem Feuer auf Waldbrandarealen installiert werden. In dem so abgegrenzten Gebiet können Drohnen die Brandwache aus der Luft übernehmen. Steffen Reitz vom Startup NeuralDrones sagt zum Vorteil des neuen Drohnen-Systems: „Brände lassen sich früh erkennen, ohne dass für die Beobachtung personalintensiv Einsatzkräfte eingesetzt werden müssen.“ 

Ziel von CTRL-F ist es, einsatzfähige Drohnen aus der Region zur Waldbranderkennung – und bekämpfung zu liefern. Erste Anfragen aus Waldbrandregionen gibt es schon – auch von außerhalb der EU. 

Weitere Projekte in Deutschland 

Die EU-Kommission unterstützt die Waldbrandbekämpfung in Deutschland noch an anderer Stelle: 

  • Mit einem Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) forscht Sören Pirk in Kiel an digitalen Zwillingen von Waldbrandgebieten. Der Informatik-Professor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeitet mit seinem Team im Projekt „Wildfire Twins" daran, dreidimensionale Computermodelle ganzer Landstriche zu entwickeln. Einsatzkräfte und Löschroboter in Waldbrandgebieten können so gezielter gesteuert werden.  
  • Über die Technical Support Initiative TSI Wildfires fördert die EU-Kommission die Zusammenarbeit von Behörden in Sachsen und Tschechien mit Fachleuten aus Waldbrandgebieten in anderen Mitgliedstaaten, um Feuer im Erzgebirge grenzüberschreitend zu bekämpfen. 

Europa in Zahlen

Deutschland mit niedrigster Jugenderwerbslosenquote der EU 

Die Jugenderwerbslosenquote in der EU-27 betrug im Juni 2026 rund 15,5 Prozent und lag damit deutlich über dem Durchschnitt aller Erwerbstätigen (6,0 Prozent). Die niedrigsten Quoten verzeichneten Deutschland (7,1 Prozent), Zypern (7,8 Prozent) sowie die Niederlande (8,5 Prozent). Am höchsten waren die Anteile in Schweden (25,8 Prozent) und Spanien (23,4 Prozent).  

EU-Erwerbslosenquote im Juni 2026 bei 6,0 Prozent 

EU-weit waren im Juni 2026 rund 13,3 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das entsprach einer Erwerbslosenquote von 6,0 Prozent. Der größte Mangel an Arbeitsplätzen herrschte in Finnland mit einer Erwerbslosenquote von 10,3 Prozent und Spanien mit 10,1 Prozent. 

Weitere Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat zur Erwerbslosenzahlen in Deutschland und Europa hier.

Veranstaltungen und Tipps

EU goes SZummerBreak Jugendfestival 
  
Am 19. Septenber  verwandelt sich das Strandbad Wannsee in Berlin wieder in einen ganz eigenen Festival-Spot für junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren. Von 14:00–22:00 Uhr gibt es jede Menge Aktionen und kreative Angebote wie den Beach Soccer Cup, Tanzworkshops auf dem Rooftop, eine Chillout-Zone und eine DJ-Lounge mit Karaoke. Wir sind mit einem EU-Stand dabei: junge Besucherinnen und Besucher können ihr Wissen zur Europäischen Union bei einem Quiz auffrischen, mit temporären Tattoos experimentieren und sich am Glücksrad versuchen. Der EU-Stand ist von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt zum Festival ist kostenfrei. Weitere Informationen und Updates auf dem Instagramkanal des Festivals.  
 
Juvenes Translatores 2026 – der Wettbewerb für die besten jungen Übersetzungstalente in der EU  

Seit dem 1. September können sich europaweit Schulen wieder für die Teilnahme am Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores 2026 bewerben, die Frist läuft bis zum 12. Oktober. Dieses Jahr können Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe (Jahrgang 2009) teilnehmen. Der Übersetzungswettbewerb vermittelt jungen Menschen eine Idee davon, was es heißt, als Übersetzerin oder Übersetzer zu arbeiten. Er motiviert sie zum Erlernen von Fremdsprachen und inspiriert mitunter dazu, eine Berufslaufbahn im Übersetzen einzuschlagen. Jedes Jahr nehmen rund 3000 Jugendliche an mehr als 700 Schulen der Sekundarstufe teil. Aus jedem Mitgliedsland gibt es eine Gewinnerin oder einen Gewinner. Sie reisen für drei Tage nach Brüssel und erhalten dort ihre Auszeichnung. Mehr Informationen zum diesjährigen Wettbewerb gibt es hier

 

 

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