EU-Nachrichten 18.12.2025: Ukraine und EU-Gipfel | Auto-Paket| Gesundheit | Wohnungsbau | CBAM | Schattenflotte | EU-Westbalkan-Gipfel | Kulturort in Eberswalde | E-Autos | #LassReden | LUX-Filmpreis | Europe Direkt Berlin | Humboldt-Rede
Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
In Brüssel hat am Vormittag der EU-Gipfel begonnen, mit einem zentralen Thema: wie geht es mit der Finanzierung der Ukraine weiter? Bei ihrer Ankunft heute im Ratsgebäude sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, das ultimative Ziel sei Frieden für die Ukraine. Und dafür brauche das Land eine sichere Finanzierung für die nächsten zwei Jahre, also 2026 und 2027. Das ganze Statement können Sie hier nachlesen und hier anschauen. Vorab hatte von der Leyen gestern im Europaparlament eine Rede zum Gipfel gehalten und dabei betont: Jetzt schlägt die Stunde der europäischen Unabhängigkeit (mehr hier). Und weil die ganze Woche vom Thema Ukraine bestimmt war, sei auch noch mal auf das von Bundeskanzler Friedrich Merz organisierte Treffen in Berlin am Montag hingewiesen (mehr hier).
Wer den Verlauf des Gipfels in Brüssel verfolgen will, findet die Pressekonferenzen live gestreamt und anschließend als Video abrufbar auf der Website von EBS hier. Zum Beispiel auch die PK des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskj von heute am frühen Nachmittag.
Viele Grüße vom Presseteam der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Haben Sie noch eine schöne Woche und einen geruhsamen Übergang ins neue Jahr! Wir melden uns am 15. Januar mit der ersten Newsletter-Ausgabe für das Jahr 2026 wieder.
Highlights
In der letzten Kommissionssitzung vor der Weihnachtspause standen viele Themen auf der Tagesordnung. Das Autopaket zum Beispiel: Die Industrie bekommt mehr Flexibilität dabei, die Ziele für den Abbau von CO2-Emissionen zu erreichen, Bürokratie wird abgebaut, es gibt eine Milliardenhilfe für die Batterieproduktion und Ziele für die Mitgliedstaaten, wie sie zu mehr emissionsfreie und emissionsarme Firmenwagen kommen. Details hier.
Dazu kam: ein Gesundheitspaket mit Aspekten wie Biotechnologie, Medizinprodukte, Vorsorge gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mehr dazu hier); der erste europäische Plan für mehr erschwinglichen Wohnraum, bei dem es darum geht, das Wohnungsangebot zu erhöhen, Investitionen und Reformen anzustoßen, das Thema Kurzzeitvermietungen anzugehen und die am stärksten betroffenen Menschen zu unterstützen (Details hier - und passend dazu unser Instagram-Post zur Entwicklung der Mieten und Immobilienpreise hier); sowie ein Vorschlag, wie man das Grenzausgleichssystem CBAM stärken kann (mehr hier).
Die Kommission hat begrüßt, dass die EU-Mitgliedstaaten eine weitere Entscheidung zur russischen Schattenflotte getroffen haben: 41 weitere Schiffe wurden gelistet, das erhöht den Druck auf Russland weiter und sorgt zugleich für mehr Sicherheit auf den Meeren, weil die betroffenen Schiffe oft alt und unterversichert sind (Details hier).
Und: gestern Abend fand in Brüssel der EU-Westbalkan-Gipfel statt. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Verschiebungen bezeichnete Kommissionspräsidentin von der Leyen eine Erweiterung der EU als eine strategische Entscheidung und als Investition in die gemeinsame Sicherheit und Freiheit. (Mehr hier)
Weitere Pressemitteilungen zu aktuellen Themen finden Sie hier (Vertretung der Kommission in Berlin) und hier (Presseraum/Sprecherdienst der Kommission in Brüssel). Für unseren täglichen Newsletter kann man sich hier anmelden. Und folgen Sie uns gerne auch auf den sozialen Medien: Facebook, X, Instagram.
Europa vor Ort
Baustart für „Forum Johanniskirche: In Eberswalde entsteht mit EU-Mitteln ein neuer Begegnungs- und Kulturort
Ende November wurde in der Johanniskirche Eberswalde der erste Spatenstich für ein außergewöhnliches Vorhaben gesetzt: Mit einem Veranstaltungsprogramm startete der Umbau der Johanniskirche zur Kiez- und Veranstaltungskirche. Bis 2027 entsteht hier ein Ort für Begegnung, Kultur und Teilhabe – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Glauben. Gefördert mit rund 2,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird aus der seit 2012 nicht mehr von der Evangelischen Kirchengemeinde Eberswalde genutzten Kirche ein neuer multifunktionaler Begegnungs- und Kulturort.
Beim Spatenstich dabei war Kryštof Studihrad von der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der EU-Kommission. Für ihn ist das Projekt ein gutes Beispiel für Europa vor Ort. „Oft heißt es, Europa sei zu abstrakt. Doch Europa zeigt sich genau in solchen Projekten – in konkreten Verbesserungen vor Ort. Wenn eine alte Kirche in Eberswalde zu einem modernen, nachhaltigen Begegnungsort wird, dann ist das europäische Regionalpolitik in ihrer besten Form. Denn sie verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit sozialem Zusammenhalt und kulturellem Erbe.“
Die Johanniskirche wird zur Kiez-, Pilger- und Veranstaltungskirche
Im Februar 2021 übernahm der Evangelische Kirchenkreis Barnim die Trägerschaft über die Johanniskirche. In einer mehrjährigen Erprobungszeit, die von der Bürgerbeteiligungsplattform „Forum Johanniskirche“ begleitet wurde, fanden Lesungen, Konzerte, Poetry Slam, Theater und Ausstellungen statt. Aus den Impulsen der Plattform wurde ein Betreiberkonzept entwickelt: künftig bietet die Johanniskirche Raum für Kulturveranstaltungen, soziale Beratungsangebote, Gesundheitskurse, aber auch Bereiche für Begegnung und Stille. Ziel ist es, die Johanniskirche zu einer „Kiez-, Pilger- und Veranstaltungskirche“ zu entwickeln.
Barrierefrei, mit Café und Büros für soziale Beratung
Die bauliche Gestaltung wird barrierefrei sein und vielfältige Nutzungen ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die Kirche als sakraler Ort erkennbar. Das Kirchenschiff wird Spielort für Konzerte, Theater, Installationen, Lesungen, Seminare, an denen bis zu 200 Besucher und Besucherinnen teilnehmen können. Ein neuer Anbau schafft die dafür die nötige Infrastruktur wie Küche, ein Café sowie Büros für soziale Beratung. Geplant sind auch Beratungsangebote (z.B. Seelsorge, Trauerarbeit, Suchthilfe) in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Eberswalde und der Bürgerstiftung Barnim Uckermark. Der Umbau soll bis 2027 abgeschlossen sein.
Konkretes Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung
Kryštof Studihrad setzt auf dauerhaft positive Effekte durch die Umgestaltung, die über die Förderperiode hinausgehen und langfristige Ausstrahlungseffekte für die Stadt Eberswalde und die gesamte Region haben. Das Forum Johanniskirche ist für Studihrad nicht nur ein Beispiel für erfolgreiche Stadtentwicklung, sondern steht auch im Einklang mit den übergeordneten Zielen der EU-Politik – also etwa dem Europäischen Grünen Deal, der Förderung der sozialen Integration und der Unterstützung nachhaltiger Stadtentwicklung.
Zusammenarbeit vieler Ebenen
Zustimmung zum Umbau der Johanniskirche kam auch von Bischof Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: „Das Projekt Forum Johanniskirche zeigt, was entstehen kann, wenn viele Menschen aus Stadt, Region und Kirche gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Es soll ein offener, lebendiger Ort für Kunst, Kultur und Begegnung entstehen. Dank der Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Brandenburg wird hier ein bedeutendes Bauwerk nicht nur bewahrt, sondern in die Zukunft geführt – nachhaltig, sozial und kulturell.“
Weitere Informationen zum „Forum Johanniskirche“ in Eberswalde hier.
Europa in Zahlen
Höchster Anteil an Elektroautos in den Nordischen Ländern und Benelux-Staaten
Die Zahl der Elektro-Pkw in der EU lag im Jahr 2023 bei 4,4 Millionen. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,4 Millionen und entsprach einem Anteil von 1,73 Prozent aller Pkw. Das geht aus Daten von Eurostat hervor (Link).
In den meisten EU-Ländern war der Anteil über die Regionen hinweg relativ homogen. Das deutet darauf hin, dass Faktoren wie nationale Subventionen und Anreize wohl eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für diese Fahrzeuge gespielt haben. Insgesamt 17 Regionen gaben an, dass Elektroautos mindestens 4 Prozent der Personenkraftwagen ausgemacht haben. Diese Regionen befinden sich in Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden.
Für Deutschland lag der Anteil bei 2,87 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt.
Regionale Fahrzeugleasing-Unternehmen als Faktor
Einen ungewöhnlich hohen Wert – 17,07 Prozent – verzeichnete die zentralniederländische Region Flevoland. Das könnte auf die Präsenz von Fahrzeugleasingunternehmen in der Region zurückzuführen sein, die große Flotten von Elektrofahrzeugen registrieren und damit die Zahl der Elektroautos im Verhältnis zur Größe des regionalen Fahrzeugbestands in die Höhe treiben. Die schwedische Hauptstadtregion Stockholm (10,74 Prozent) war die einzige andere Region in der EU, die einen zweistelligen Anteil verzeichnete. Es folgten Hovedstaden in Dänemark (8,64 Prozent) und die Provinz Vlaams-Brabant in Belgien (7,6 Prozent).
Geringer Anteil vor allem im Osten und Süden der EU
46 Regionen gaben einen Wert unter 0,25 Prozent an. In dieser Gruppe sind 5 von 8 Regionen in Tschechien zu finden, 11 von 13 in Griechenland, 14 von 17 in Polen sowie 3 von 4 in der Slowakei. Eine weitere Häufung mit 6 Regionen gab es in Süditalien. Dazu kommen noch 4 Regionen aus Spanien, 2 aus Rumänien sowie eine in Kroatien.
Faktoren, die in die Kauf-/Leasing-Entscheidung hineinspielen
Die Nutzung von Elektro-Pkw spiegelt viele Faktoren wider: das Einkommensniveau, Preisunterschiede zwischen Elektro- und anderen Fahrzeugen, Subventionen und Anreize, Infrastrukturinvestitionen, Batterietechnologie, Kraftstoffpreise, Stadtpolitik, die Verfügbarkeit und Kosten des öffentlichen Nahverkehrs sowie das Umweltbewusstsein.
Veranstaltungen und Tipps
Kampagne #LassReden startet in München: wir geben jungen Menschen eine Bühne
Mit einem Kick-off in München haben wir unsere Kampagne #LassReden gestartet. Sie wird im ersten Halbjahr des kommenden Jahres in ganz Deutschland online und offline junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren ansprechen.
Kern der Kampagne ist eine Phase des Zuhörens, die im Frühjahr online und offline stattfinden wird. Für die EU-Kommission werden Dennis und Benni Wolter und ihre WWWshow sowie Jeannie online ins Gespräch mit der Zielgruppe gehen. Auf der Webseite www.lass-reden.eu wird es zudem die Möglichkeit geben, Meinungen abzugeben oder Videos hochzuladen.
Auch offline findet #LassReden statt: Der #LassReden Cube – ein mobiles Podcast- und Video-Studio, wird im Frühjahr an etwa zehn Stationen in Deutschland Halt machen. Vor Ort werden Influencerinnen und Influencer sowie Partnerorganisationen junge Menschen einladen, über ihre Meinungen und Erwartungen zu reden. Neben dem #LassReden Cube wird das #LassReden Pult zu weiteren Standorten in Deutschland geschickt. Auch dort kann man seine Meinungen abgeben. Die Antwortphase der Kampagne beginnt dann im Frühsommer 2026.
Eindrücke vom Kampagnenstart und weitere Informationen auf unserem Insta-Account hier.
LUX-Filme 2026: Fünf europäische Filmproduktionen warten auf Ihre Bewertung
Am 18. und 19. Dezember 2025 lädt das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments ein, Europa im Kino zu entdecken. In Berlin, Bonn und Dresden werden die fünf europäischen Filme gezeigt, die für den LUX-Publikumspreis 2026 nominiert wurden. Sie erzählen von Jugend und Identität, von Liebe und Verlust, von Mut in Zeiten der Unterdrückung – und davon, was uns als Europäerinnen und Europäer verbindet.
Die nominierten Filme wurden von einer Jury aus Filmfachleuten aus allen EU-Mitgliedstaaten ausgewählt. Sie werden bis April 2026 in Kinos in der ganzen EU gezeigt und von Bürgerinnen und Bürgern sowie den Europaabgeordneten bewertet. Die Stimmen beider Gruppen fließen zu gleichen Teilen in die Vergabe des LUX-Publikumspreises 2026 ein.
Übersicht über die Termine (Anmeldung erforderlich!) und die Filme hier, die Bewertungsplattform für den Publikumspreis ist hier verlinkt. Stimmen Sie nach dem Kinobesuch für ihren persönlichen Favoriten für den LUX-Publikumspreis ab - denn Ihre Perspektive zählt. Mit etwas Glück gewinnen Sie eine Reise nach Brüssel und sind am 14. April bei der Preisverleihung im Europäischen Parlament live dabei.
Seit 2020 wird der LUX-Filmpreis vom Europäischen Parlament in Zusammenarbeit mit der European Film Academy, der Europäischen Kommission und Europa Cinemas als Publikumspreis vergeben.
Auftakt des neuen Europe Direkt Berlin: Wie funktionstüchtig ist die EU?
Das neue Europe Direkt Berlin lädt zusammen mit der Europäischen Akademie Berlin zur Veranstaltung „Europa – jetzt aber wirklich? Wie funktionstüchtig ist die EU?” rbb24 Inforadio diskutiert mit Gästen aus Politik, Recht und Journalismus live am 23. Januar von 18 bis 20 Uhr. Angefragt sind Christian Calliess, Professor für Europarecht an der FU Berlin, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdEP und der Journalist Eric Bonse. Die Veranstaltung wird im Rahmen der Sendereihe ,,Forum“ von rbb24 Inforadio aufgezeichnet und am Sonntag, 01. Februar 2026 ausgestrahlt. Europäische Akademie Berlin, Bismarckallee 46/48. Anmeldung hier.
Koen Lenaerts, Präsident des Europäischen Gerichtshofs, hält Humboldt-Rede zu Europa
Am 30. Januar 2026 wird der Präsident des Europäischen Gerichtshofes, Koen Lenaerts, an der Humboldt-Universität in Berlin ab 13 Uhr über “Citizenship in Motion: Striking the balance between Union and Nation” sprechen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen. Eine Teilnahme in Präsenz ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Zur Anmeldung geht es hier. Die Rede kann auch per Livestream verfolgt werden. Der Link wird im Vorhinein auf der Website des Walter Hallstein Instituts für Europäisches Verfassungsrecht der Humboldt-Universität zu finden sein.
Weitere Veranstaltungen bzw. Termine finden Sie hier in unserem Überblick auf die kommenden Tage. Sie können unsere Terminvorschau auch abonnieren.
Archiv: Frühere Ausgaben der EU-Nachrichten finden Sie hier.
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