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Vertretung in Deutschland

EU-Nachrichten

Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe  – unser Überblick über die wichtigsten Entscheidungen, Aktionen, Bilder und Termine dieser Woche. Abonnieren Sie den wöchentlichen Newsletter, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

  • 26. März 2026

EU-Nachrichten 7.5.2026:  Europatag | 10 Jahre Erlebnis Europa | EU-Mercosur| NextGenerationEU | Roswall in München | Staatliche Beihilfen | Mobilität von Arbeitskräften | DSA | Gleichstellungschampions | Digitalisierung 2026 | Europatag in ganz Deutschland | Demokratie-Toolkit 

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,  

am Samstag ist Europatag! Am 9. Mai 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einer wegweisenden Rede eine Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vor - sie gilt heute als Geburtsstunde der europäischen Integration. Städte und Regionen deutschlandweit feiern den Europatag. Und was die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland mit ihren drei Standorten in Berlin, Bonn und München am und um den 9. Mai geplant hat, haben wir in dieser Ausgabe für Sie zusammengetragen.  

Und wenn wir schon dabei sind: am kommenden Dienstag, 12. Mai, feiert unser Erlebnis Europa seinen zehnten Geburtstag! 2016 hatten der damalige Präsident des Europäischen Parlamentes Martin Schulz, der damalige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel das EU-Besucherzentrum im Europäischen Haus am Brandenburger Tor eingeweiht. Seitdem haben über 1 Million Besucherinnen und Besucher die interaktive Dauerausstellung und das dazugehörige 360-Grad-Kino besucht. In Tausenden von Rollenspielen und Vorträgen konnten Schülerinnen und Schüler EU-Politik hautnah erfahren und mitgestalten. Auch Lesungen, Filmvorführungen und Fotoausstellungen zu europäischen und deutschen Themen finden hier statt. Kommen Sie gern vorbei, geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Am 12. Mai erwarten Sie zur Feier des Jubiläums Überraschungen und Leckereien.  

Viele Grüße vom Presseteam der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Haben Sie noch eine schöne Woche!

Highlights

Am 1. Mai ist das Handelsabkommen EU-Mercosur vorläufig in Kraft getreten. Es bringt Unternehmen, Arbeitnehmern und Bürgerinnen und Bürgern in der EU unmittelbare und greifbare Vorteile. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Es hat viel Arbeit gekostet, dieses wegweisende Abkommen unter Dach und Fach zu bringen; jetzt ist es an der Zeit, die gleichen Anstrengungen zu unternehmen, um sicherzustellen, dass unsere Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen sofort von den Vorteilen profitieren.” Mehr dazu hier.  

Ein Meilenstein: In der gesamten EU sind bisher über 400 Milliarden Euro im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) ausgezahlt worden. Die ARF ist das Kernstück des europäischen Aufbaufonds NextGenerationEU, der Antwort der EU auf die Coronakrise. Mit dem Geld werden Reformen für eine effizientere und digitalisierte öffentliche Verwaltung, Investitionen in energieeffiziente Gebäudesanierungen, der Kauf von Elektrofahrzeugen und der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie Wasserstoffforschungsprojekte gefördert. In dieser Woche wurden unter anderem 4,6 Milliarden Euro an Deutschland ausgezahlt – damit hat Deutschland 80 Prozent seiner gesamten Zuschusszuweisung in Höhe von 30,3 Milliarden Euro im Rahmen der ARF erhalten. Mehr hier

EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall hat am Montag gemeinsam mit dem deutschen Umweltminister Carsten Schneider und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die IFAT München 2026 eröffnet, eine internationale Leitmesse für Umwelttechnologien, und sich vor Ort mit Unternehmen ausgetauscht. Zudem sprach sie mit Studierenden der TU München: im Rahmen der Europe Week an der TUM hielt sie dort eine Rede über die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft. Mehr zu ihrem Besuch hier – und zu anderen Terminen immer in unserer Terminvorschau hier.  

Die jüngsten Energiepreissprünge erfordern schnelles Handeln. Die Kommission hat daher den bereits angekündigten befristeten Rahmen für staatliche Beihilfen schnell beschlossen. Er ermöglicht den Mitgliedstaaten, ihre Wirtschaft vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten zu unterstützen. Profitieren werden die am stärksten vom Anstieg der Energiepreise betroffenen Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr und energieintensive Industrien. Der befristete Rahmen wird bis zum 31. Dezember 2026 gelten. Mehr dazu hier

Faire Mobilität von Arbeitskräften: Überarbeitete Regeln zur Arbeitskräftemobilität sollen es den Menschen in Europa erleichtern, in anderen Mitgliedstaaten zu arbeiten, zu leben oder in den Ruhestand zu gehen. Sie sollen auch dafür sorgen, dass die Sozialversicherungsansprüche gut geschützt sind. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich jetzt geeinigt und der Überarbeitung der Vorschriften für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit zugestimmt. Mehr zu den wichtigsten Änderungen hier

Der Meta Konzern unternimmt nur sehr wenig, um Minderjährige unter 13 Jahren daran zu hindern, Instagram und Facebook zu nutzen. In den eigenen Meta-AGBs heißt es zwar, dass die Dienste nicht für Minderjährige unter 13 Jahren bestimmt sind. Die Realität ist jedoch, dass schätzungsweise 10–12 Prozent der unter 13-Jährigen auf Instagram und/oder Facebook unterwegs sind – und die derzeitigen Maßnahmen von Meta reichen nicht aus, um den Zugang von Kindern wirksam zu verhindern. Aus diesem Grund hat die Kommission wir festgestellt, dass Meta gegen das Gesetz über digitale Dienste verstößt. Mehr dazu in unserem Instagram-Post hier

Weitere Pressemitteilungen zu aktuellen Themen finden Sie hier (Vertretung der Kommission in Berlin) und hier (Presseraum/Sprecherdienst der Kommission in Brüssel). Für unseren täglichen Newsletter kann man sich hier anmelden. Und folgen Sie uns gerne auch auf den sozialen Medien: Facebook, X, Instagram

Europa vor Ort

Universität Bielefeld erhält den EU-Preis für Gleichstellungs-Champions: Fairness im Dienst der Wissenschaft 

Die Universität Bielefeld und vier weitere europäische Forschungseinrichtungen aus Irland, Slowenien, Spanien und Tschechien haben mit Erfolg gezeigt, wie Gleichstellungsbemühungen für mehr Fairness sorgen und die Forschung stärken. Für ihr Engagement erhielten die Forschungseinrichtungen in diesem Jahr den EU-Preis für Gleichstellungschampions.  

„Die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven zu einem Thema verbessert die Qualität der Forschung, da sie dadurch facettenreicher wird“, sagte Professorin Michaela Vogt, Vizerektorin für internationale Angelegenheiten, Diversität und Gesellschaft an der Universität Bielefeld. 

Gleichstellung in die Praxis umsetzen 

Die Universität Bielefeld ist die erste deutsche Hochschule, die diese Auszeichnung erhält. Die Universität gewann den Nachhaltigkeitspreis für ihr langjähriges Engagement für Gleichstellung. Sie veröffentlichte ihren ersten Gleichstellungsplan (GEP) im Jahr 2000, lange bevor die EU-Finanzierungsvorschriften Forschungszuschüsse mit der Gleichstellung der Geschlechter verknüpften. 

Die Uni Bielefeld aktualisiert ihren GEP alle drei Jahre und fragt sich ständig, was verbessert werden kann und was geändert werden muss. Rund 80 Personen an der Universität – von der Zentralverwaltung bis hin zu einzelnen Fakultäten – helfen, die Dynamik aufrechtzuerhalten. 

Dies reicht von geschlechtersensiblen Einstellungsverfahren und Schulungen, die Wissenschaftlerinnen dabei helfen, ihre berufliche Sichtbarkeit zu verbessern, bis hin zu einem öffentlich zugänglichen Instrumentarium mit mehr als 120 praktischen Maßnahmen, auf die die Abteilungen zurückgreifen können. 

Langjähriges Engagement für die Gleichstellung zahlt sich aus 

Die Ergebnisse sind sichtbar. Der Anteil der Professorinnen ist von 16 Prozent im Jahr 2003 auf 38 Prozent im Jahr 2023 gestiegen. Gerade diese zukunftsorientierte Kultur zieht viele Akademikerinnen und Akademiker nach Bielefeld. Die Universität verfolgt auch einen intersektionalen Ansatz und berücksichtigt, dass sich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts häufig mit anderen Formen der Diskriminierung, etwa aufgrund von ethnischer Herkunft, Behinderung oder sozialem Hintergrund überschneidet und in diesem breiteren Kontext angegangen werden muss. 

„Die Universität Bielefeld versucht wirklich, das Gesamtbild zu betrachten“, sagte Vogt. „Wir sind uns bewusst, dass Diskriminierung nicht immer gleich aussieht. Die Menschen erleben sie auf unterschiedliche Weise, und das Geschlecht ist oft mit anderen Faktoren verflochten.“ 

Der EU-Preis für die Gleichstellung der Geschlechter gliedert sich in drei Kategorien: „Newcomer-Champions“, „Nachhaltige Champions“ und „Inklusive Champions“. In jeder ist der Preis mit 100.000 Euro dotiert.  

Er zielt darauf ab, die Anforderung an die Förderfähigkeitskriterien für öffentliche Einrichtungen, Hochschul- und Forschungseinrichtungen, die sich für Horizont Europa bewerben, um über einen Gleichstellungsplan (Gender Equality Plan, GEP) zu verfügen, zu verbessern und ergänzen. 

Weitere Informationen im Artikel des EU-Forschungsmagazins Horizon „EU-Preis für Gleichstellungs-Champions: Fairness im Dienste der Wissenschaft“, März 2026. 

Europa in Zahlen

Digitalisierung in Europa 2026 

Wofür nutzen wir das Internet? Wie kaufen wir online ein?  Das EU-Statistikamt Eurostat hat mit Digitalisierung in Europa 2026 eine neue interaktive Publikation veröffentlicht, die zeigt wie Menschen und Unternehmen in Europa digitale Technologien nutzen. Wir haben uns einige Daten angeschaut: 

2025 gaben 94 Prozent EU-weit an, in den letzten drei Monaten das Internet genutzt zu haben. Wenn man sich genauer anschaut, was sie online gemacht hat, zeigt sich, dass das Internet hauptsächlich genutzt wurde, um mit anderen zu kommunizieren, zum Beispiel für Instant Messaging über Dienste wie WhatsApp oder Messanger (88 Prozent der Internetnutzer EU-weit, in Deutschland: 87,5 Prozent) und das Versenden oder Empfangen von E-Mails (EU27: 87 Prozent, Deutschland: 92,8 Prozent. 

Die beliebtesten Online-Aktivitäten waren: 

  • Telefon- oder Videoanrufe: EU27: 81 Prozent, Deutschland 83,2 Prozent
  • Die Suche nach Waren und Dienstleistungen: EU27: 77 Prozent, Deutschland 84,7  Prozent
  • Online-Banking: EU27: 74 Prozent, Deutschland 74,8 Prozent
  • Die Teilnahme an sozialen Netzwerken: EU27: 72 Prozent, Deutschland 62,6 Prozent
  • Das Lesen von Online-Nachrichtenseiten oder –Zeitungen: EU27: 71 Prozent, Deutschland 67,89 Prozent
  • Die Suche nach Gesundheitsinformationen (EU27: 64 Prozent, Deutschland 62,9 Prozent. 

KI ist schnell zu einem Teil des Alltags geworden und prägt die Art und Weise, wie wir arbeiten, lernen und alltägliche persönliche Aktivitäten unterstützen. 2025 nutzte mehr als ein Drittel der Menschen (35 Prozent) in der EU generative KI-Tools. Der häufigste Grund war für private Zwecke (27 Prozent), gefolgt von beruflicher Nutzung (16 Prozent) und als Hilfe für den Unterricht (10 Prozent). 

49 Prozent in Griechenland, Estland und Dänemark nutzten generative KI-Tools, (Deutschland: 34,1 Prozent), die niedrigsten Anteile von KI-Nutzung gab es in Rumänien (19 Prozent), Italien (22 Prozent) und Polen (25 Prozent). 
 
Viele weitere spannende Informationen zur Digitalisierung in Europa finden Sie hier.   

Veranstaltungen und Tipps

Europatag 2026: Mitreden, mitgestalten, mitfeiern 

Jedes Jahr am 9. Mai begehen wir in der EU den Europatag – auch in diesem Jahr wieder mit vielen Aktionen deutschlandweit. Viele Europe Direct-Zentren und Städte organisieren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Aktionen. Wir möchten auf die Veranstaltungen hinweisen, die wir als Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland an unseren drei Standorten in Berlin, München und Bonn mitgestalten und laden Sie ein, mit uns den Europamonat Mai zu feiern.  

Die Ausstellung „Erlebnis Europa“ im Europäischen Haus in Berlin erweitert um den Europatag am 9. und 10. Mai ihr Angebot mit verlängerten Öffnungszeiten spannenden Diskussionsmöglichkeiten mit EU-Expertinnen und -Experten. Zudem können Gäste ihr Wissen bei einem EU-Quiz testen und sich von einem Karikaturisten im EU-Stil porträtieren lassen. Am 12. Mai feiert „Erlebnis Europa“ sein 10-jähriges Bestehen mit besonderen Überraschungen für die Besucherinnen und Besucher. Auch in den darauffolgenden Wochen gibt es ein abwechslungsreiches Programm: Vom 14. bis 16. Mai und am 23. und 24. Mai finden weitere Sonderaktionen statt, u.a. Diskussionsmöglichkeiten mit EU-Expertinnen und -Experten.  

In München hat der Europa-Mai schon am 4. Mai begonnen: Die Regionalvertretung der Europäischen Kommission und das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in München veranstalten gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und vielen Kooperationspartnern den Münchner Europa-Mai. Am Abend des Europatags erstrahlen das Neue Rathaus, der Olympiaturm und die Allianz-Arena in München im blau-gelben Licht der EU-Flagge. Ein Höhepunkt ist am 10. Mai.  Im Werksviertel München laden knapp 50 pro-europäische Organisationen, Vereine und Institutionen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam zur freien Fahrt im Münchner Riesenrad Umadum ein. Das Programm umfasst Diskussionen zu europäischen Themen, Angebote für Kinder und Live-Musik. Mehr zum Münchner Europa Mai und eine Übersicht über alle Veranstaltungen hier

In Bonn lädt die Regionalvertretung der EU-Kommission zum Bonner Europatag am 9. Mai auf dem Marktplatz ein – ein buntes Familienfest für alle Generationen. Hier stellen engagierte europäische Initiativen ihre Arbeit vor und laden dazu ein, Europa zu entdecken. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Musikerinnen und Musikern sorgt für Unterhaltung. Im großen Europa-Zelt gibt die Regionalvertretung Bonn spannende Einblicke in die Arbeit der EU. Am 13. Mai ist die Regionalvertretung bei „Welcome Europe!“ & „CelebratE yoU!“ dem Karlspreis-Bürgerfest in Aachen dabei, dem Open-Air-Festival mit Musik, Gesprächen und kulturellen Highlights, das Europas Vielfalt und gemeinsame Werte in den Mittelpunkt stellt. Das Festival bildet den Rahmen für die Verleihung des Internationalen Karlspreises, mit dem am 14. Mai Mario Draghi geehrt wird. 

Wie der Europatag und der Europamonat Mai in den Bundesländern gefeiert wird, erfahren Sie auf unserer Website hier

Und noch ein Tipp zum Schluss: Das Demokratie-Toolkit ist eine Sammlung aus vier aufeinander aufbauenden Aktivitäten, die Kindern und Jugendlichen demokratische Werte auf interaktive und praxisnahe Weise näherbringen.  Durch spielerische und partizipative Methoden lernen junge Menschen demokratische Prozesse kennen, werden als „Junge Changemaker“ zum aktiven Mitgestalten ermutigt und als „Desinformationsdetektive“ für den kritischen Umgang mit Desinformation sensibilisiert. Das digitale Toolkit trägt dazu bei, Demokratie greifbarer, alltagsnaher und für junge Menschen direkt erlebbar zu machen. Das komplette Materialset gibt’s in der Lernecke Europa

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