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Vertretung in Deutschland

EU-Nachrichten

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  • 4. Dezember 2025

EU-Nachrichten 12.03.2026: #LassReden in Offenbach| Europäische Außenpolitik | Teure Energie | Ribera in Berlin | Rückholflüge und Humanitäre Hilfe | Industrial Accelerator Act | EU-Schweiz | Dorfumbau mit LEADER in der Westpfalz | 30 Jahre eurodesk | Europa auf der didacta und der Leipziger Buchmesse 

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,  

Auch diese Woche heißt es wieder: #LassReden. Unsere Jugendkampagne macht einen Tourstopp auf dem Schulhof der Theodor-Heuss-Schule in Offenbach am Main. Die Schülerinnen und Schüler des beruflichen Schulzentrums können ihre Video-Botschaften an die EU im #LassReden Cube aufnehmen.  „Verschiedenheit achten, Gemeinschaft stärken” – unter diesem Motto der Schule steht auch der #LassReden-Dialog. Junge Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Haltungen können über #Lass Reden ihre Perspektiven einzubringen, miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen. Mehr hier.  

Viele Grüße vom Presseteam der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Haben Sie noch eine schöne Woche!

Highlights

In einer Zeit radikaler geopolitischer Veränderungen müsse die EU eine Außenpolitik formulieren, die uns zu Hause stärker und weltweit einflussreicher mache. Das argumentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Grundsatzrede auf der EU-Botschafterkonferenz Anfang dieser Woche: „Wir werden immer die regelbasierte Ordnung verteidigen und bewahren, die wir gemeinsam mit unseren Verbündeten aufgebaut haben, aber wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass dies der einzige Weg ist, unsere Interessen zu verteidigen, oder davon ausgehen, dass ihre Regeln uns vor den komplexen Bedrohungen schützen, denen wir ausgesetzt sind. Wir müssen also unseren eigenen europäischen Weg gehen und neue Wege der Zusammenarbeit mit Partnern finden.“ 

Eine Folge des Konflikts im Nahen Osten sind die steigenden Energiepreise. Trotz der wichtigen und richtigen Anstrengungen der vergangenen Jahre und einer gesunkenen Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe sei Europa nicht immun gegen Preisschocks, erklärte die Kommissionspräsidentin am Mittwoch im Europäischen Parlament. Die Kommission prüfe deshalb verschiedene Optionen zur Senkung der Energiepreise, darunter einen Gaspreisdeckel. Mehr Infos hier. Dort finden Sie ebenfalls ausführliche Informationen zum Energiepaket, das die Kommission bereits am Dienstag vorgelegt hatte. Über drei Bausteine - nämlich eine Investitionsstrategie für saubere Energie, ein Bürgerenergiepaket und eine Strategie für kleine modulare Reaktionen – soll es Investitionen in heimische saubere Energien ankurbeln, die Widerstandsfähigkeit des europäischen Energiesystems erhöhen und die Energiepreise senken. 

Über die Energiepreise hat heute auch die Exekutivvizepräsidentin der Europäischen Kommission Teresa Ribera auf der Internationalen Kartellkonferenz in Berlin gesprochen. Sie sagte: „Europa wird auf den aktuellen Energieschock reagieren, ohne die langfristige Sicherheit zu untergraben. Die EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen bieten ungenutzte Möglichkeiten, die die Mitgliedstaaten mobilisieren können, um Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu helfen, die mit steigenden Strompreisen konfrontiert sind.” Ihre Rede im Mitschnitt auf Europe by Satellite.  

Die EU unterstützt zudem die Rückführung von europäischen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Nahen Osten – bisher wurden über 8.000 europäische Bürgerinnen und Bürger mit mehr als 70 Flügen nach Hause gebracht. So landeten heute zwei direkt von der Europäischen Kommission gecharterte Rückführungsflüge in Warschau. Sie haben 227 polnische Staatsangehörige und 76 Bürger aus anderen europäischen Ländern, die in Kuwait, Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten gestrandet waren, zurückgebracht. Alle Informationen hier. Die EU hat mit Blick auf die Lage im Libanon auch humanitäre Soforthilfe für die Menschen vor Ort mobilisiert, in Form von Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern, Materialien für Notunterkünfte und Winterkleidung, mehr hier

Die europäische Industrie stärken und Arbeitsplätze in der EU schaffen - das sind die Ziele des “Industrial Accelerator Acts”, den die Kommission in der vergangenen Woche vorgelegt hat. Mit dem Gesetz sollen gezielte und verhältnismäßige Anforderungen für „Made in EU“ und/oder CO₂-arme Produkte für das öffentliche Beschaffungswesen und öffentliche Förderprogramme eingeführt werden. Es geht um ausgewählte strategische Sektoren, insbesondere in den Bereichen Stahl, Zement, Aluminium, Autos und sogenannte Netto-Null-Technologien, wie beispielsweise Batterien, Solar oder Wärmepumpen.  Mehr dazu hier

Die EU und die Schweiz vertiefen ihre Zusammenarbeit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft Guy Parmelin haben ein umfassendes Paket von Abkommen unterzeichnet. Es schafft einen modernen Rahmen für die Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz und ermöglicht bei Handel und Verkehr, Gesundheit und Energie den reibungslosen Zugang zu einem Markt mit 460 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern.  Beide Seiten können nun ihre jeweiligen Ratifizierungsprozesse voranbringen.  

Weitere Pressemitteilungen zu aktuellen Themen finden Sie hier (Vertretung der Kommission in Berlin) und hier (Presseraum/Sprecherdienst der Kommission in Brüssel). Für unseren täglichen Newsletter kann man sich hier anmelden. Und folgen Sie uns gerne auch auf den sozialen Medien: Facebook, X, Instagram

Europa vor Ort

Lust auf Land: Wie das EU-Förderprogramm LEADER gegen das Dorfsterben in der Westpfalz hilft   

Natalie Miller hat Lust auf Dorf. Und sie kennt die Vorzüge des Lebens auf dem Land. Miller sagt: „Ich bin selbst auf dem Dorf aufgewachsen. Ich schätze die Ruhe und auch den Zusammenhalt auf dem Land." Mit Unterstützung der EU macht sie sich daran, Ortsgemeinden im ländlichen Raum neues Leben einzuhauchen. Miller, 28 Jahre, ist seit April 2025 Dorfumbaumanagerin in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg nahe Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Ihre Aufgabe erklärt sie mit wenigen Worte so: „Ich bringe leerstehende Häuser zusammen mit Menschen, die gerne darin leben wollen, und berate zu Sanierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen." 

Dorfumbaumanagerin revitalisiert alte Häuser  

Die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg zählt zwölf Kommunen und eine Bevölkerung von rund 19.000 Menschen. Tendenz fallend. Junge Menschen ziehen weg ins Ballungsgebiet Rhein-Main und Ältere sterben. Zurück bleiben leerstehende Häuser, oft mitten im Dorf, oft im typischen roten Buntsandstein der Region. Rund zweihundertfünfzig Immobilien stehen leer in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Irgendwann merkte Verbandsbürgermeister Harald Westrich, dass ein Leerstandskataster allein nicht weiterhilft. Westrich, 62, sagt: „Wir suchten dringend jemanden, der nah an den Menschen ist, und sich ausschließlich um die leerstehenden Häuser kümmert." So wurde die neue Position einer Dorfumbaumanagerin geschaffen. Die EU-Kommission unterstützt die Arbeit mit Mitteln aus dem LEADER-Programm, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.  

Ortskerne sanieren statt Neubauten auf der grünen Wiese 

LEADER setzt dabei auf Initiativen von unten, sogenannte Lokale Aktionsgruppen (LAG) wie der LAG Donnersberger und Lautrer Land rund um Otterbach-Otterberg. Das Ziel: Die Menschen auf dem Land durch lokale Strategien, Projekte und Entscheidungsprozesse in eine von der Gemeinschaft vor Ort geleitete lokale Entwicklungen einzubinden. Finanziert wird das Programm aus Mitteln für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). EU-Agrarkommissar Christophe Hansen betonte zuletzt im Europäischen Parlament die Bedeutung der Entwicklung des ländlichen Raums und erklärte: „LEADER wird künftig noch stärker von einem integrierten Ansatz profitieren, der es den Mitgliedstaaten ermöglicht, Ressourcen zu bündeln und wirkungsvoller zu sein."  

Bundesweit stehen rund zwei Millionen Wohnungen leer. Das Land Rheinland-Pfalz rechnet damit, dass es in ländlichen Regionen wegen des demographischen Wandels und weiterer Abwanderung künftig noch mehr Leerstand geben wird. Natalie Miller bringt Leben in die alten Häuser. Mit Ortsbürgermeistern durchstreift sie deren Gemeinden, spricht über leerstehende Immobilien und schreibt deren Besitzer an. Parallel betreut sie das Leerstandsregister und fahndet nach Menschen, die gern ein Haus in der Verbandsgemeinde übernehmen wollen. Dabei geht's ihr um die Belebung des alten Ortskerns, aber auch um den Schutz der Landschaft. Miller: „Es muss nicht immer ein Neubau am Ortsrand sein, es gibt auch viele schöne, alte Häuser im Ortskern. Unser Ziel ist  es, zu versuchen, den Siedlungsdruck auf die grüne Wiese zu mindern."  
 
“Etwas voranbringen” 

Miller stammt aus der Region. An der Hochschule Kaiserslautern hat sie ihren Master in Innenarchitektur gemacht. Sie sagt über ihren neuen Beruf: „Im Kern geht es um dasselbe: Lebensräume zu schaffen, die für die Menschen funktionieren. Ob innen oder Außenraum, entscheidend ist, Orte so zu entwickeln, dass sie schöner und lebenswerter werden." 

Zu Miller kommen junge Menschen, die ein Haus mit Garten suchen für ihre Familien. Ältere, die ihr Haus gern verkleinern wollen. Und manchmal auch Menschen aus Ballungsgebieten, die sich nach Natur und Ruhe sehnen. Dorfumbaumanagerin Miller sagt über ihre Arbeit: „Es sind kleine Schritte, aber sie führen sichtbar zu Verbesserungen das motiviert mich." 

Sanierungen mit den Menschen vor Ort planen 

Verbandsbürgermeister Westrich und seine Verwaltung unterstützen die neuen Eigentümer. Die Ortskerne mit den zum Teil denkmalgeschützten Häusern wurden als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Die Renovierungskosten sind damit voll abschreibungsfähig.  

„Unser Projekt wäre ohne die Unterstützung der EU undenkbar", sagt Harald Westrich. Für Kommunen, die einen ähnlichen Weg gehen wollen, hat er einen einfachen Rat: „Erst eine Bestandsaufnahme machen. Dann die Ressourcen in der Verwaltung schaffen. Und vor allem: Raus aus dem Büro und zu den Menschen. Ohne alte Eigentümer und junge Sanierungswillige lässt sich das Ganze nicht umsetzen." Europa bringt Jung und Alt zusammen. Auch auf dem Land.  

Die EU-Förderung für Rheinland-Pfalz im Überblick hier
 

Europa in Zahlen

30 Jahre Eurodesk in Deutschland  

Das zentrale europäische Informationsnetzwerk für Jugendmobilität Eurodesk feierte 2025 sein 35-jähriges Bestehen. Mit über 3.000 lokale Informationszentren in 36 Ländern Europas berät Eurodesk seit 30 Jahren auch junge Menschen in Deutschland zu Auslandsaufenthalten. Seit 1996 informiert Eurodesk Deutschland zu Jobs, Reisen und Lernen im Ausland und zu internationalen Begegnungen für junge Menschen.   

Angesiedelt bei der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in Bonn, bietet Eurodesk Deutschland kostenlose und neutrale Informationen zu Formaten wie Schüleraustausch, Freiwilligendiensten, Praktika oder Work & Travel an.  

Seit seiner Gründung hat Eurodesk Deutschland über eine Million Menschen zu Auslandsaufenthalten beraten 

  • Seit 2001 wurden über 600 Mobilitätslotsinnen und -lotsen ausgebildet
  • Es gibt über 50 Eurodesk-Partner in ganz Deutschland, also Eurodesk-Stellen und Beraterinnen und Berater. Zu den Eurodesk-Partnern geht es hier.
  • Jährlich gibt es durchschnittlich 656 kurzfristig freie Plätze in Auslandsprojekten.  
     

Das ganze Jahr über bietet Eurodesk verschiedene Online-Vorträge an, zu allen Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte. Im Rahmen der Vortragsreihe präsentiert Eurodesk Deutschland gemeinsam mit Partnern spannende Themen rund um die internationale Mobilität. Die Teilnahme ist kostenlos – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einfach reinklicken und dabei sein!   Mehr dazu hier

Festakt zum Europäischen Freiwilligendienst am 18. März 

Was 1996 als Pilotprojekt begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Programme der EU: seit drei Jahrzehnten konnten sich über den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) bisher mehr als 250.000 jungen Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus in über 32.000 gemeinnützigen Projekten engagieren. Die Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn feiert das Jubiläum am 18. März gemeinsam mit JUGEND für Europa, der Nationalen Agentur für Erasmus+ Jugend, Erasmus+ Sport und das Europäische Solidaritätskorps zusammen mit jungen Menschen, die bereits an EU-Freiwilligendiensten teilgenommen haben oder aktuell gerade teilnehmen. 

Veranstaltungen und Tipps

Europa auf der Bildungsmesse didacta in Köln und auf der Leipziger Buchmesse   

Erstmals sind EU-Kommission, EU-Parlament und der Rat der Europäischen Union auf der Bildungsmesse didacta 2026 vom 10. bis 14. März in Köln vertreten. Welche Wege gibt es, jungen Menschen Europa näherzubringen? Wie können sie aktiv an der Europäischen Union teilhaben? Wir zeigen mit Hilfe von interaktiven Methoden wie Online-Spielen und Planspielen, wie die EU spielerisch und lebendig in den Unterricht integriert werden kann. Die Besucherinnen und Besucher der didacta können auch in die Fantasiewelt Nafasia unseres Lernspiels Fabulous Council eintauchen. Hier werden gemeinsam Rätsel gelöst und demokratische Kompromissfindung direkt erlebt. Das Lernspiel wurde für den Unterricht entwickelt und steht kostenfrei zur Verfügung. Besuchen Sie uns in Halle 7.1, Stand B.014. Wir freuen uns auf einen regen Austausch!  Weitere Informationen und Tickets finden Sie auf der Website der didacta.   

Europastand auf Leipziger Buchmesse 

Auch auf der Leipziger Buchmesse vom 13. bis 22. März stellen die Vertretung der Europäischen Kommission und das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments an einem gemeinsamen Europastand Lese-, Spiel- und Bildungsmaterial zu Europa vor. Zu entdecken gibt es u.a. das EU-Pixi-Buch und Unterrichtsmaterialien. Sie finden uns in Halle 2 am Stand B 401. Außerdem kann im Jugend Campus UVERSE, der Mitmach-Werkstatt auf der Leipziger Buchmesse für junge Menschen, ebenfalls unser Onlinespiel Fabulous Council von jungen Besucherinnen und Besuchern getestet werden. Weitere Informationen hier.  

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