Die Europäische Kommission hat Apple im Rahmen der beiden Präzisierungsverfahren, die am 19. September 2024 eingeleitet wurden, vorläufige Ergebnisse übermittelt. Diese enthalten die Vorschläge zu Maßnahmen, die Apple ergreifen soll, um die Interoperabilität vernetzter Geräte mit iPhones sicherzustellen und die Interoperabilität durch Dritte vorhersehbarer und transparenter zu machen. Die EU-Kommission will sicherstellen, dass die Maßnahmen zu einer effektiven Interoperabilität in Übereinstimmung mit dem Gesetz über Digitale Dienste (Digital Markets Act, DMA) führen und hat deshalb zwei öffentliche Konsultationen eingeleitet. Frist für das Einreichen der Beiträge ist der 9. Januar 2025.
Gemäß dem DMA muss Apple Entwicklern und Unternehmen eine kostenlose und effektive Interoperabilität mit Hardware- und Softwarefunktionen bieten, die von seinen Betriebssystemen iOS und iPadOS gesteuert werden. Für diese Kernplattformdienste wurde Apple als Gatekeeper benannt.
Präzisierungsverfahren für vernetzte Geräte
Die vorläufigen Ergebnisse des ersten Präzisierungsverfahrens beschreiben die vorgeschlagenen Maßnahmen, die Apple nach Ansicht der Kommission umsetzen sollte, um seinen Interoperabilitätspflichten in Bezug auf mehrere iOS-Konnektivitätsfunktionen, die hauptsächlich für und von vernetzten Geräten genutzt werden, wirksam nachzukommen. Dabei kann es sich um Benachrichtigungen, automatische WLAN-Verbindungen, AirPlay, AirDrop oder automatische Bluetooth-Audio-Umschaltung handeln.
Die Öffnung der iOS-Konnektivitätsfunktionen und die Ermöglichung der Interoperabilität mit Geräten von Drittanbietern wird zu mehr Innovation auf dem Markt führen und die Auswahl für iOS-Nutzer von physisch verbundenen Geräten wie Smartwatches oder Kopfhörer.
Präzisierungsverfahren für das Verfahren bei Interoperabilitätsanfragen
Die vorläufigen Ergebnisse des zweiten Präzisierungsverfahrens beschreiben die vorgeschlagenen Maßnahmen, die Apple nach Ansicht der Kommission im Zusammenhang mit dem anfragebasierten Verfahren umsetzen sollte, das Entwickler durchlaufen müssen, um Interoperabilität mit einer bestimmten iOS- oder iPadOS-Funktion zu erreichen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine erhöhte Transparenz interner iOS- und iPadOS-Funktionen im Voraus, zeitnahe Kommunikation und Aktualisierungen, eine faire und transparente Handhabung von Ablehnungen und ein besser vorhersehbarer Zeitplan.
Öffentliche Konsultationen
Die beiden öffentlichen Konsultationen betreffen folgenden Themen:
- Die Maßnahmen, die für vernetzte Geräte relevant sind, die Interoperabilität mit iOS anstreben.
- Apples Interoperabilitätsantragsverfahren für Dritte.
Dokumente
Die nicht vertraulichen Zusammenfassungen der beiden Präzisierungsverfahren und der geplanten Maßnahmen sind ebenfalls auf den Konsultationsseiten verfügbar.
Nächste Schritte
Die Kommission wird die Rückmeldungen der interessierten Parteien und von Apple sorgfältig prüfen. Die eingegangenen Beiträge können zu Anpassungen der Maßnahmen führen, die in den beiden endgültigen verbindlichen Entscheidungen enthalten sein werden. Die Kommission hat ab der Einleitung der beiden Spezifikationsverfahren sechs Monate Zeit, um die endgültigen Entscheidungen zu treffen.
Weitere Informationen
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- Datum der Veröffentlichung
- 19. Dezember 2024
- Autor
- Vertretung in Deutschland