Der EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner hat zum heutigen Internationalen Holocaust-Gedenktag betont: ‘‘Die jüdische Kultur ist untrennbar mit der europäischen Geschichte verwoben. Wir müssen sie heute und auch in Zukunft schützen und fördern. Gedenken an den Holocaust bewahrt die historische Wahrheit und stellt sicher, dass wir sie niemals vergessen. Wir erinnern uns – gemeinsam.’’
Gedenken am Stelenfeld
Kommissar Brunner ist heute in Berlin und legt am Nachmittag gemeinsam mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, Kränze am Denkmal für die ermordeten Juden Europas nieder. Während seines Berlin-Besuchs hält Brunner zudem eine Rede beim Wirtschaftsgipfel der WELT und führt bilaterale politische Gespräche.
Statement von Kommissionspräsidentin von der Leyen
Bereits gestern hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Statement zum heutigen Holocaust-Gedenktag abgegeben, darin betonte sie die gemeinsame Verantwortung der Europäer für ein wahrhaftes Erinnern. Unsere Pressemitteilung dazu ist hier verlinkt.
Eurobarometer zur Wahrnehmung von Antisemitismus
Die Europäische Kommission hat zum heutigen Gedenktag die Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage zur Wahrnehmung von Antisemitismus in der EU vorgestellt. Eine wachsende Mehrheit der Europäerinnen und Europäer (55 Prozent im Jahr 2025, 2018 waren es 50 Prozent) sehen Antisemitismus als Problem in ihrem Mitgliedstaat. Am häufigsten genannte Beispiele: Feindseligkeit im öffentlichen Raum (62 Prozent, +11 Prozentpunkte), antisemitische Graffiti (61 Prozent, +10pp) und Online-Antisemitismus (61Prozent, +10pp).
Mehr als zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer (69 Prozent) sind der Meinung, dass die Konflikte im Nahen Osten einen Einfluss auf die Wahrnehmung der jüdischen Bevölkerung in ihrem Land haben. Die Hälfte (48 Prozent) ist der Meinung, dass der Holocaust in der Schule ausreichend unterrichtet wird. Außerdem ist sich eine wachsende Zahl – 66 Prozent im Vergleich zu 61 Prozent im Jahr 2028 - der Gesetze gegen Aufstachelung zu antisemitischer Gewalt bewusst.
Ausführliche Informationen zu den Eurobarometer-Ergebnissen finden Sie hier.
Hintergrund
Im Oktober 2024 hatte die Europäische Kommission ihren Fortschrittsbericht über die erste EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens vorgelegt. Die Strategie steuert den Kampf gegen Antisemitismus in der EU und enthält eine Reihe von Maßnahmen, um alle Formen von Antisemitismus zu verhindern, das jüdische Leben in Europa zu sichern und zu fördern und das Gedenken an den Holocaust zu fördern.
Die Arbeit an allen 90 Maßnahmen der Strategie ist im Gange - zuletzt wurde ein Europäisches Netzwerk von Holocaust-Gedenkstätten (ESHEM) ins Leben gerufen, um Synergien zwischen den mehr als 44.000 Gedenkstätten in ganz Europa zu schaffen. Am 20. Januar hat die Kommission außerdem ihre neue EU-Strategie gegen Rassismus 2026-2030 vorgelegt.
Weitere Informationen
Video-Mitschnitt: Kommissar Brunner im ARD-Morgenmagazin
Pressekontakt: birgit [dot] schmeitzner
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- Datum der Veröffentlichung
- 27. Januar 2026
- Autor
- Vertretung in Deutschland