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Vertretung in Deutschland
Presseartikel22 April 2016Vertretung in Deutschland

Bangladesch: EU-Kommission drängt auf weitere Reformen in der Textilindustrie

Auch drei Jahre nach dem verheerenden Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesch setzt sich die Europäische Kommission nachdrücklich für verbesserte Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen und -arbeiter in Bangladesch ein. Bei dem Einsturz des...

Weil zu Gesprächen

22/04/2016 - In Gedenken an die Opfer und mit Blick auf die erreichten Fortschritte erklärten die EU-Kommissionsmitglieder Cecilia Malmström, zuständig für Handel, Marianne Thyssen, zuständig für Beschäftigung und Soziales, sowie Neven Mimica, zuständig für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, heute (Freitag) in Brüssel, dass weitere Reformen insbesondere im Umgang mit Gewerkschaften dringend erforderlich sind.

„Die EU, Bangladesch und andere betroffene Partner haben durch ihren aktiven Einsatz spürbare Fortschritte vor Ort erzielt. Eine Reihe von Arbeitnehmerrechten sind in Bangladesch heute stärker geschützt als noch vor zwei Jahren. Die Gebäudesicherheit und die Sicherheit am Arbeitsplatz wurden ebenfalls verbessert. Der Nachhaltigkeitspakt für Bangladesch hat einen Dialog in Gang gebracht und war dem Austausch mit den verschiedenen Interessenträgern (Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kunden und Nichtregierungsorganisationen) in der EU wie auch in Bangladesch förderlich“, sagten die Kommissionsmitglieder in einer gemeinsamen Erklärung.

„Dennoch bedarf es noch – nicht zuletzt im Hinblick auf die tatsächliche Einhaltung gewerkschaftlicher Rechte und die Förderung eines echten sozialen Dialogs – wesentlicher Reformen, um für die Beschäftigten der Textilindustrie in Bangladesch eine bessere Zukunft sicherzustellen. Aus Sicht der EU ist es weiterhin dringend erforderlich, sämtliche Fälle von gewerkschaftsfeindlicher Diskriminierung, auch in Exportzonen, zügig zu untersuchen und zu ahnden. Die Registrierung von Gewerkschaften muss transparent, ohne Verzögerungen und anhand objektiver Kriterien erfolgen. Unfaire Praktiken auf dem Arbeitsmarkt sind wirksam zu verhindern. Die Regierung von Bangladesch hat zwar deutlichen Einsatz bewiesen, es bleibt aber noch einiges zu tun, auch auf dem Gebiet der Arbeitsaufsicht. Insbesondere sind in allen Fabriken Reparaturen und eine wirksame und rasche Umsetzung der Sanierungspläne notwendig. Zu diesem Zweck haben die EU und andere Geber Mittel für Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten, vor allem für KMU, bereitgestellt“, so die Erklärung weiter.

Die Politiker kündigten an, die EU werde in den kommenden Wochen einen dritten Bericht über die Umsetzung des Pakts mit einem ausführlichen Überblick über das bislang Erreichte und über die noch anstehenden Aufgaben veröffentlichen.

Am Montag, dem 25. April findet eine Konferenz zur Textilbranche statt, an der hochrangige Vertreter teilnehmen, um einen Beitrag zur Förderung bereits erfolgreicher Initiativen zu leisten. Teilnehmen werden voraussichtlich der Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung Neven Mimica, die Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität Marianne Thyssen, die niederländische Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit Lilianne Ploumen sowie, für Bangladesch, der Staatsminister für Arbeit und Beschäftigung Mujibul Haque Chunnu.

Als Reaktion auf den Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik im April 2013 haben die Regierung von Bangladesch, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Europäische Union und die Vereinigten Staaten eine gemeinsame Initiative, den „Pakt für kontinuierliche Verbesserungen der Arbeitnehmerrechte und der Sicherheit in Fabriken in der Konfektionskleidungs- und Strickwarenindustrie in Bangladesch“ auf den Weg gebracht. Da Kanada in dieselben Lieferketten eingebunden ist und selbst um eine Förderung der nachhaltigen Materialbeschaffung bemüht ist, beschloss dieses Land, sich 2016 der Initiative anzuschließen.

Im Oktober 2015 schließlich steuerte die EU 3 Mio. Euro zum Fonds „Vision Zero“ der G7 bei, um die Arbeitsbedingungen und Arbeitsnormen zu verbessern und in den Erzeugerländern nachhaltige unternehmerische Praktiken zu etablieren.

Weitere Informationen:

Erklärung der Kommissionsmitglieder Malmström, Thyssen und Mimica zum dritten Jahrestag der Rana-Plaza-Tragödie

Dokument mit Wortlaut des Nachhaltigkeitspakts

Fortschrittsbericht aus dem letzten Jahr (24. April 2015)

Handelsbeziehungen zwischen der EU und Bangladesch

Politische Beziehungen zwischen der EU und Bangladesch

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet der Infopunkt der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
22 April 2016
Autor
Vertretung in Deutschland