Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich beim dritten strategischen Dialog zur Zukunft der europäischen Automobilindustrie mit Branchenvertretern, Sozialpartnern und anderen wichtigen Interessenträgern ausgetauscht. Anschließend postete sie in den Sozialen Netzwerken: „Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass Europa bei Innovationen in der Automobilindustrie weiterhin an vorderster Front steht. Wir wollen, dass die Zukunft der Autos – und die Autos der Zukunft – made in Europe sind.“
Aktionsplan liefert bereits Ergebnisse
Die Kommission arbeite Hand in Hand mit der Industrie, um das Wirklichkeit werden zu lassen. Der Aktionsplan für die Industrie liefere bereits Ergebnisse: „Wir schützen europäische Unternehmen vor unlauterem Wettbewerb, verbessern den Zugang zu kritischen Rohstoffen und unterstützen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Umschulungen.“ Die Kommission habe den Anliegen der Branche zugehört – und dementsprechend Flexibilität eingeräumt: „Wir werden Dekarbonisierung und Technologieneutralität miteinander verbinden.“
Kein „Business as usual“
Von der Leyen verwies darauf, dass die Technologie die Mobilität verändert und den globalen Wettbewerb umgestaltet: „Es kann kein `business as usual` geben.“
Neue Initiativen mit der Industrie
Die Europäische Kommission startet nun neue Initiativen mit der Industrie, um Europas Führungsrolle im Automobilsektor zu stärken. Die wichtigsten Diskussionen drehten sich unter anderem um die Sicherung der Führungsrolle Europas bei Elektrofahrzeugen, die Beschleunigung der Innovation bei autonomen und vernetzten Fahrzeugen und die Stärkung der europäischen Batterieindustrie.
Im Bereich Innovation unterzeichneten die Kommissionsmitglieder Ekaterina Zaharieva und Apostolos Tzitzikostas eine Absichtserklärung mit Interessenträgern, um die Forschung und Innovation im Automobilbereich auf EU-Ebene zu beschleunigen und Europa bis 2035 und darüber hinaus als Vorreiter bei nachhaltiger und intelligenter Mobilität zu positionieren. Das MoU vereint die 2Zero-Partnerschaft (mit Schwerpunkt auf emissionsfreiem Straßenverkehr), die CCAM-Partnerschaft (vernetzte, kooperative und automatisierte Mobilität) und die BATT4EU-Partnerschaft (Innovation in der Batteriewertschöpfungskette) mit ihren wichtigsten Interessenträgern und Branchenvertretern, um den strategischen Bedürfnissen des Automobilsektors gerecht zu werden.
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Wettbewerbsfähig, nachhaltig und resilient
Mit dem Treffen in Brüssel hat die Präsidentin die Zusage der Kommission fortgesetzt, die Zukunft eines Sektors zu sichern, der für den Wohlstand in Europa von entscheidender Bedeutung ist. Es geht um seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz bei gleichzeitiger Umsetzung des gemeinsamen Ziels der Klimaneutralität.
Orientierung für die Position Europas in der Welt
Der dritte strategische Dialog bot die Gelegenheit, eine klare Orientierung für die Position Europas in diesem neuen geopolitischen Kontext zu geben und strategische Fragen zu erörtern. Unter anderem darüber, wie Europa bei Elektrofahrzeugen eine Führungsrolle übernehmen kann und wie Innovationen im Bereich autonomer und vernetzter Fahrzeuge beschleunigt werden können, z. B. durch eine vertiefte Zusammenarbeit der europäischen Industrie. Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt war der Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen Batterieherstellungsbasis.
Der Dialog bot auch Gelegenheit, Beiträge zu weiteren Initiativen zu leisten, die die Europäische Kommission derzeit vorbereitet. Dazu gehört die Überarbeitung der Verordnung über CO2-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge, der Vorschlag über Unternehmensflotten und die Vereinfachung der Rechtsvorschriften.
Hintergrund
Die Automobilindustrie ist ein Eckpfeiler der europäischen Wirtschaft. Sie beschäftigt mehr als 13 Millionen Menschen (direkte und indirekte Arbeitsplätze) und trägt rund 7 Prozent zum BIP der EU bei. Diese kritische Industrie ist jedoch mit einer Phase tiefgreifender Veränderungen konfrontiert, bedingt durch Digitalisierung, Dekarbonisierung, verstärkten Wettbewerb und eine sich verändernde geopolitische Landschaft.
Diese Faktoren stellen eine Herausforderung für die etablierten Stärken der europäischen Automobilhersteller dar. Um die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sicherzustellen, hat die Europäische Kommission im Januar 2025 einen Aktionsplan vorgelegt und einen strategischen Dialog eingeleitet. Frühere Dialoge mit Präsidentin von der Leyen fanden am 30. Januar 2025 und am 3. März 2025 statt.
Im Rahmen eines inklusiven und kooperativen Prozesses hat die Kommission seit Januar 2025 auch mehrere Arbeitsgruppen mit Interessenträgern aus der Wertschöpfungskette der Automobilbranche unter der Leitung der Kommissionsmitglieder Šefčovič, Hoekstra, Séjourné, Virkkunen, Mînzatu und Tzitzikostas organisiert. Der Rat und das Europäische Parlament werden regelmäßig über die Dialoge unterrichtet und konsultiert.
Weitere Informationen
Presseankündigung in voller Länge
Arbeitsgruppen und frühere strategische Dialoge
Aktionsplan für die europäische Automobilindustrie (5.3.2025)
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 12. September 2025
- Autor
- Vertretung in Deutschland