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Vertretung in Deutschland

Einigung auf Schutz der EU-Stahlindustrie vor Auswirkungen weltweiter Überkapazitäten

  • Pressemitteilung
  • 14. April 2026
  • Vertretung in Deutschland
  • Lesedauer: 2 Min

Vor dem Hintergrund weltweiter Überkapazitäten haben sich Europäisches Parlament und Rat auf eine neue Maßnahme zum Schutz der EU-Stahlindustrie geeinigt. Der vereinbarte Text spiegelt alle wesentlichen Elemente des Vorschlags der Kommission vom 7. Oktober 2025 wider.  

EU-Kommissar Maroš Šefčovič, zuständig für Handel und wirtschaftliche Sicherheit sowie Interinstitutionelle Beziehungen und Transparenz, begrüßte die politische Einigung: „Die Struktur und die globale Stellung der europäischen Stahlindustrie sind von grundlegender Bedeutung für unsere strategische Autonomie und industrielle Stärke. Wir können es uns daher nicht leisten, die Augen vor den weltweiten Überkapazitäten zu verschließen, die ein kritisches Ausmaß erreichen. Das heutige Ergebnis trägt dazu bei, die dringend benötigte Stabilität zu schaffen, damit unsere Produzenten in Europa florieren können – denn im Kern geht es hier um Menschen und Arbeitsplätze. Ich begrüße die gemeinsame Entschlossenheit der Mitgesetzgeber, unseren Vorschlag in die Tat umzusetzen, während wir auch weiterhin mit Partnern weltweit zusammenarbeiten.“

Sicherung der langfristigen Lebensfähigkeit des Stahlsektors

Die Maßnahme ist ein entscheidender Schritt, um die langfristige Lebensfähigkeit einer strategischen europäischen Industrie zu sichern. Sie sieht zollfreie Kontingente in Höhe von 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr vor, wobei für 30 Kategorien ein Zollsatz von 50 Prozent für Einfuhren außerhalb des Zollkontingents festgelegt wird. Zudem wird eine „Melt-and-Pour“-Anforderung eingeführt, um die Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Stahlversorgungskette in der EU zu verbessern. 

Die Maßnahme gilt für importierte Erzeugnisse aus allen Ländern mit Ausnahme der EWR-Länder – für letztere gelten weiterhin die „Melt-and-Pour“-Anforderungen. 

Schutz vor weltweiten Überkapazitäten

Die Maßnahme soll den negativen handelsbezogenen Auswirkungen der weltweiten Überkapazitäten im Stahlsektor entgegenwirken, die bis 2027 voraussichtlich 721 Millionen Tonnen erreichen werden – mehr als das Fünffache des jährlichen Stahlverbrauchs der EU. 

Die neue Maßnahme wird die bestehende EU-Schutzmaßnahme für Stahl ersetzen, die seit 2018 für 28 Produktkategorien ein Zollkontingentsystem vorsieht, das zollfreie Einfuhren bis zu einer bestimmten Obergrenze erlaubt, bevor ein Zollsatz von 50 Prozent greift.   

Nächste Schritte 

Der vereinbarte Text wird nun in den kommenden Wochen vom Europäischen Parlament und vom Rat zur formellen Annahme geprüft, damit er am 1. Juli 2026, wenn die derzeitige Stahlschutzmaßnahme ausläuft, in Kraft treten kann.

Weitere Informationen

Vollständige Pressemitteilung

Vorgeschlagene Maßnahme für Stahl

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen

Fragen und Antworten

Pressekontakt: katrin [dot] ABELEatec [dot] europa [dot] eu (Katrin Abele), Tel.: +49 (30) 2280-2140. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

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Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
14. April 2026
Autor
Vertretung in Deutschland