Nach dem schweren Erdbeben im Nordosten Afghanistans hat die EU humanitäre Soforthilfen in Höhe von 1 Million Euro genehmigt, um den dringendsten Bedarf der betroffenen Bevölkerung zu decken. Dieses Geld wird an humanitäre Partner fließen, die bereits Hilfsmaßnahmen vor Ort durchführen.
Erdbeben hat dramatische Lage weiter verschärft
Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und ‑management, erklärte: „Da dieses neue Erdbeben in Afghanistan die ohnehin schon dramatische humanitäre Lage zusätzlich verschärft, schreitet die EU ein, um zu helfen. Wie schon nach dem schweren Erdbeben von 2023 mobilisiert die EU alle verfügbaren Ressourcen, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Dieses Hilfspaket wird den Menschen in den betroffenen Gebieten, in denen in den vergangenen Monaten auch viele Rückkehrer aus Pakistan angekommen sind, die dringend benötigte Soforthilfe bringen.“
Hilfsgüterspende: Unterkünfte, Kleidung, Wasseraufbereitung
Die EU spendet außerdem rund 130 Tonnen Hilfsgüter aus ihren eigenen humanitären Beständen. Dazu gehören lebenswichtige Güter wie Zelte und andere Hilfsgüter für Notunterkünfte, Kleidung, medizinische Hilfsgüter und Material zur Wasseraufbereitung. Die Hilfsgüter werden mit zwei von der EU finanzierten humanitären Flügen geliefert, die im Laufe dieser Woche in Kabul eintreffen sollen.
Die EU hat den Copernicus-Satellitendienst aktiviert, um Notfallkarten zu erstellen, die bei der Bereitstellung der Hilfe helfen werden.
Humanitäre EU-Hilfe in Afghanistan
Diese neue Hilfe kommt zu den 161 Millionen Euro an humanitärer Hilfe hinzu, die bereits 2025 für humanitäre Organisationen im Land bereitgestellt wurden. Diese Hilfe der EU in Afghanistan wird ausschließlich über humanitäre Partner bereitgestellt.
Die EU organisiert seit 2021 humanitäre Flüge nach Afghanistan. Mehrere wurden nach dem tödlichen Erdbeben 2023 in Herat durchgeführt, etwa 2000 Tonnen lebensrettende Güter wurden befördert.
Hintergrund
Am 31. August hat ein Erdbeben der Stärke 6 die nordöstlichen Provinzen Kunar, Nangarhar und Laghman in Afghanistan erschüttert. Mindestens 800 Menschen sind nach bestehenden Berichten gestorben. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl steigt, wenn weitere Informationen verfügbar werden.
In Afghanistan besteht nach wie vor eine der größten humanitären Krisen der Welt. In diesem Jahr benötigen schätzungsweise fast 23 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Rund 12,6 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, und die Massenrückführungen von Afghanen aus den Nachbarländern in den vergangenen Monaten haben den Bedarf der Bevölkerung weiter erhöht. Die EU hat der Bevölkerung seit Jahrzehnten lebensrettende Hilfe geleistet und seit 1994 humanitäre Hilfe in Höhe von rund 2 Milliarden Euro bereitgestellt.
Weitere Informationen
Humanitäre Hilfe der EU in Afghanistan
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 2. September 2025
- Autor
- Vertretung in Deutschland