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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung13. Juni 2023Vertretung in DeutschlandLesedauer: 2 Min

Europäische Gesundheitsunion: EU geht verstärkt gegen antimikrobielle Resistenzen vor

Dargestellt ist ein Piktogram auf einem hellen lila Hintergrund. Das Piktogram besteht aus einem weißen Kreis. Links wird der Kreis durch die Darstellung einer Person auf einer Sportmatte unterbrochen. Mittig rechts unterbricht die Darstellung eines Krankenhauses den Kreis. In der Mitte sieht man einen Kopf im Porträt, die Person schaut nach rechts. Am Kopf der Person sieht man ein (Apotheker)Kreuz.

Die EU-Staaten haben auf Basis eines Vorschlags der Europäischen Kommission beschlossen, auf europäischer Ebene verstärkt gegen Antibiotika-Resistenzen vorzugehen. Schwerpunkte der Ratsempfehlung liegen auf der Prävention und Eindämmung von Infektionen, mehr Monitoring, der Verfügbarkeit wirksamer antimikrobieller Mittel sowie einem umsichtigen Einsatz von Antibiotika. Auch soll die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und weltweit verstärkt werden.

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas erklärte: „Heute ist ein wichtiger Tag für die Gesundheit. Nicht nur für die Gesundheit des Menschen, sondern auch für die Tiergesundheit und eine gesunde Umwelt! Wir verdanken es der raschen Arbeit des schwedischen Vorsitzes und der Gesundheitsministerinnen und -minister, dass wir nun eine Empfehlung des Rates zu antimikrobiellen Resistenzen haben. Unser Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen wird nicht schnell zu gewinnen sein, aber diese Empfehlung ist ein wichtiger Meilenstein.

EU-Ziele für 2030

Für 2030 werden mehrere EU-Ziele festgelegt, die gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) entwickelt wurden:

  • 20prozentige Senkung des Gesamtverbrauchs von Antibiotika beim Menschen,
  • mindestens 65 Prozent der insgesamt beim Menschen verbrauchten Antibiotika sollten wirkungsvoll verwendet werden (Verwendung des richtigen Antibiotikums),
  • eine Verringerung der Infektionen mit drei der wichtigsten antibiotikaresistenten Bakterien; dies betrifft hauptsächlich Krankenhäuser.

Diese für die EU empfohlenen Ziele werden auch auf die nationale Ebene heruntergebrochen und sollen der EU dabei helfen, antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen und dabei nationale Besonderheiten zu berücksichtigen, ohne Abstriche bei der Gesundheit und Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu machen. Sie werden auch ein besseres Monitoring der Infektionen und des Antibiotikaverbrauchs in den kommenden Jahren ermöglichen, sodass die Politikgestaltung entsprechend angepasst werden kann.

Mit dieser Empfehlung wird auch die internationale Führungsrolle der EU im Bereich der antimikrobiellen Resistenzen bekräftigt, und die Kommission und die Mitgliedstaaten werden in ihr aufgefordert, antimikrobielle Resistenzen in das derzeit verhandelte Pandemieabkommen aufzunehmen. Zudem sollen antimikrobielle Resistenzen auf der Tagesordnung der G7 und der G20 weiterhin besonderen Stellenwert haben.

Hintergrund

Antimikrobielle Mittel sind essenzielle Arzneimittel. Im Laufe der Jahre hat jedoch ihre übermäßige Verwendung und ihr Missbrauch zu einer Zunahme antimikrobieller Resistenzen geführt. Das bedeutet, dass antimikrobielle Wirkstoffe ihre Wirksamkeit verlieren und die Behandlung von Infektionen schwieriger, wenn nicht gar unmöglich wird. Daher hat die Kommission im April einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates mit ergänzenden Maßnahmen in das Arzneimittelpaket aufgenommen. Mit der Überarbeitung des EU-Arzneimittelrechts sollen sowohl die Entwicklung innovativer neuartiger antimikrobieller Mittel gefördert, als auch ihre umsichtige Verwendung gewährleistet und deren Umweltfolgen verringert werden.

Weitere Informationen

Vollständige Pressemitteilung

Empfehlung des Rates zu antimikrobiellen Resistenzen

Fragen und Antworten: antimikrobielle Resistenzen (europa.eu)

Factsheet: Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen

EU-Maßnahmen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen

Pressekontakt: claudia [dot] guskeatec [dot] europa [dot] eu (Claudia Guske). Tel.: +49 (0) 30 2280-2190. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

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Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
13. Juni 2023
Autor
Vertretung in Deutschland