Arbeitnehmer, die nach der Schließung des Goodyear-Produktionsstandorts in Fulda und der teilweisen Stilllegung in Hanau entlassen wurden, sollen von der EU unterstützt werden. Die Europäische Kommission wird über 3 Millionen Euro freigeben, um 915 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung zu helfen. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer (EGF).
Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin für soziale Rechte und Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge sagte: „Die Unterstützung und Solidarität der EU ist von entscheidender Bedeutung, wenn viele Arbeitnehmer gleichzeitig ihren Arbeitsplatz verlieren, insbesondere in derselben Region und mit ähnlichen Qualifikationsprofilen. Das sind besonders wichtige Sektoren wie die Automobilbranche, die sich in einer umfangreichen Umstrukturierung befindet. Über den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung werden wir den betroffenen Arbeitnehmern helfen, sich an diesen Wandel anzupassen. Wir vermitteln ihnen die auf dem heutigen Arbeitsmarkt benötigten Qualifikationen, unterstützen ihren Übergang zu neuen Arbeitsplätzen oder helfen ihnen bei der Gründung eines eigenen Unternehmens.“
EGF unterstützt bei Reintegration in den Arbeitsmarkt
Im Jahr 2024 hat der Reifenhersteller Goodyear aufgrund eines deutlichen Nachfragerückgangs, steigender Kosten und wachsender Konkurrenz durch kostengünstige asiatische Importe umstrukturiert. Die Schließung des Werks Fulda und die teilweise Stilllegung in Hanau führten zum Verlust von 1.171 Arbeitsplätzen, wobei die lokale Arbeitslosigkeit in Fulda um über 10 Prozent und in Hanau und Umgebung um 6 Prozent stieg. Deutschland stellte im März 2025 einen Antrag auf EGF-Unterstützung. Aus dem EGF werden jetzt Maßnahmen wie Berufsberatung, Umschulung und Weiterbildung, Unterstützung bei Unternehmensgründungen, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Jobscouting und Teilnahme an Veranstaltungen wie Jobmessen und Unternehmensbesuchen finanziert.
Die aus dem EGF finanzierten Maßnahmen werden dazu beitragen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu unterstützen, die nach Entlassungen häufig ein Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage auf dem Arbeitsmarkt feststellen. Die geschätzten Gesamtkosten dieser Maßnahmen belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro, wobei 60 Prozent (3 Millionen Euro) aus dem EGF und die restlichen 40 Prozent (2,1 Millionen Euro) aus dem Bundeshaushalt und der öffentlichen Arbeitsverwaltung finanziert werden. Die deutschen Behörden begannen im November 2024, kurz nach den Entlassungen, mit der Unterstützung von Arbeitnehmern. Der EGF kann diese Kosten rückwirkend decken.
Nächste Schritte
Der EGF-Vorschlag bedarf nun der Genehmigung durch das Europäische Parlament und den Rat. Er muss eine einfache Mehrheit im Europäischen Parlament und eine qualifizierte Mehrheit im Rat erhalten.
Hintergrund
Seit 2007 ist der EGF in 183 Fällen tätig geworden und hat 709 Mio. EUR bereitgestellt, um mehr als 172.000 Menschen in 20 Mitgliedstaaten zu helfen. In Deutschland konnten bisher in 13 Fällen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom EGF profitieren.
Jüngste Daten von Eurofound zeigen, dass groß angelegte Umstrukturierungen in der Regel über ein Jahr dauern, wobei die umfangreichsten Fälle fast drei Jahre dauern. Die aus dem EGF unterstützten Maßnahmen ergänzen die nationalen aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen.
Weitere Informationen
Vorschlag der Kommission zur Änderung der EGF-Verordnung
Website des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung
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Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per frage
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 29. Juli 2025
- Autor
- Vertretung in Deutschland