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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung24. November 2022Vertretung in Deutschland

Kommissionsvizepräsidentin Šuica in Brandenburg: Demografischer Wandel bietet auch Chancen

Visit of Dubravka Šuica, Vice-President of the European Commission, to Germany

Bei einem Treffen in Potsdam haben die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Dubravka Šuica, und der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, über die Auswirkungen des demografischen Wandels in Europa und Brandenburg gesprochen – über die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die sich daraus ergeben. Šuica erklärte im Anschluss an das Treffen: „Angesichts der Tatsache, dass die Weltbevölkerung vergangene Woche, am 15. November, die 8-Milliarden-Grenze erreicht hat, ist es wichtig, die demografische Entwicklung in Europa auch in diesem globalen Kontext zu beobachten und zu reflektieren.“ Ministerpräsident Woidke sagte mit Blick auf EU-Förderung für die Region: „Bei der regionalen Entwicklung und der Angleichung der Lebensverhältnisse in Brandenburg spielen seit über 30 Jahren auch die europäischen Strukturfonds eine bedeutende Rolle. Dass die Kommission zugestimmt hat, nicht nur die Lausitz, sondern auch die Uckermark mit den JTF-Strukturfonds zu fördern, ist ein wichtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt.“

Chancen für Arbeitgeber und Bürger schaffen

Die Kommissionsvizepräsidentin und der Ministerpräsident waren sich einig, dass angemessene politische Maßnahmen und kohäsionspolitische Investitionen dazu beitragen können, die ungleichen Herausforderungen einzudämmen und sie in Chancen für Arbeitgeber und Bürger zu verwandeln. Šuica: „Ich finde es sehr ermutigend zu sehen, wie Brandenburg mit seinen demografischen Herausforderungen umgeht und glaube, dass es viele bewährte Verfahren für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union gibt.“

Ministerpräsident Woidke: „Ziel der brandenburgischen Landesregierung ist es, in allen Landesteilen attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Generationen zu gewährleisten. Die Landesregierung unterstützt diverse Rückkehr- und Zuzugsprojekte. Diese Initiativen bieten vielfältige Beratungsangebote, um den Zuzug zu erleichtern. Die Landesregierung setzt mit der Regionalentwicklungsstrategie unter dem Motto `Stärken verbinden` neue Akzente, um bereits vorhandene Infrastruktur aktiver für die Entwicklung der Regionen zu nutzen und Kooperationen anzustoßen, die die unterschiedlichen Potenziale und Ressourcen von Stadt und Land miteinander verbinden.“

Pakt für den ländlichen Raum als Rahmen für eine bessere Zusammenarbeit

Die EU kann die Mitgliedstaaten dabei unterstützen. Šuica verwies dabei auf die langfristige Vision für die ländlichen Gebiete der EU. Sie ziele darauf ab, „stärkere, besser vernetzte, widerstandsfähigere und wohlhabendere ländliche Gebiete zu schaffen und gleichzeitig ihren einzigartigen Charakter zu bewahren.“

Dies könne auch dazu beitragen, einige der Probleme zu lösen, mit denen Deutschland konfrontiert ist. Als Beispiel nannte die Vizepräsidentin den „Pakt für den ländlichen Raum“, der einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den für den ländlichen Raum zuständigen Stellen und Akteuren auf EU-, nationaler, regionaler und lokaler Ebene schafft.

Der Pakt für den ländlichen Raum verfolgt drei Ziele:

  • Die Stimmen des ländlichen Raums zu verstärken, damit sie besser gehört und beachtet werden;
  • die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen fördern;
  • freiwillige Handlungsverpflichtungen der Mitglieder des Pakts für den ländlichen Raum anschieben und überwachen, damit neue Initiativen entstehen, die zur Verwirklichung der Vision für den ländlichen Raum beitragen

Auch aus Brandenburg sind Teilnehmer dem Pakt beigetreten – einer aus einer kirchlichen Organisation (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und ein anderer aus einem Landkreis im Südwesten der Region (Landkreis Elbe Elster).

Gezielte Strategie gegen die Abwanderung von Fachkräften

Šuica kündigte für Anfang nächsten Jahres eine Mitteilung über die Nutzung der Talente der europäischen Regionen an, um den Herausforderung der Abwanderung von Fachkräften zu begegnen. „Darin werden wir gezielte Lösungen für die Förderung, Bindung und Anziehung von Talenten aufzeigen, um schrumpfende Regionen in dynamische, talentorientierte Standorte umzuwandeln und zu stärken.“ Die Lösungen sollen durch einen speziellen EU-Mechanismus untermauert werden, um die Entwicklung und Umsetzung gezielter regionaler und territorialer Strategien zu unterstützen.

Konferenz zur Zukunft Europas in Brandenburg

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission dankte Ministerpräsident Dietmar Woidke auch für den Beitrag Brandenburgs zur Konferenz zur Zukunft Europas. Die Vizepräsidentin hob insbesondere die Bemühungen hervor, nicht nur regionale Beiträge, sondern auch grenzüberschreitende Veranstaltungen und Dialoge mit Polen zu organisieren. „Das war ein großer Mehrwert für die Konferenz.“ Šuica ist eine der drei Ko-Vorsitzenden des Exekutivausschusses der Konferenz, zu der am 2. Dezember eine Feedback-Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger stattfindet.

Da die Beteiligung junger Menschen ein zentrales Thema der Konferenz war, begrüßte Šuica auch die Entscheidung des Bundestages vom 11. November, das Wahlalter für die Europawahl bereits ab 2024 auf 16 Jahre zu senken. „Ich hoffe, dass viele Mitgliedstaaten diesem Beispiel folgen werden.“

Weitere Informationen

Pressekontakt: Fabian Weber. Tel.: +49 (0) 30 2280-2250. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
24. November 2022
Autor
Vertretung in Deutschland