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Vertretung in Deutschland

Von der Leyen im Europaparlament: „Europa braucht seine eigenen Machthebel“

  • Pressemitteilung
  • 21. Januar 2026
  • Vertretung in Deutschland
  • Lesedauer: 3 Min

Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat bei einer Rede im Europäischen Parlament betont, dass Europa angesichts einer rapiden Verschiebung der internationalen Ordnung seine Unabhängigkeit schneller vorantreiben muss. „Wir müssen selbst stark sein, wenn wir die Welt um uns herum gestalten wollen. In dieser zunehmend gesetzlosen Welt braucht Europa seine eigenen Machthebel.“

Eine stärkere Union aufbauen

Diese Machthebel der EU fasste von der Leyen so zusammen:

  • Eine starke Wirtschaft, ein florierender Binnenmarkt und eine breite industrielle Basis, die auf verschiedenen Märkten Geschäfte machen kann und global wettbewerbsfähig ist;
  • Eine starke Innovationskraft und Technologiekapazität;
  • Geeinte Gesellschaften – mit einem hohen Maß an Bildung, vielen Talenten und guten Gesundheitssystemen;
  • Und vor allem: eine echte Verteidigungsfähigkeit. 

Von der Leyen betonte: „Die Welt verändert sich schneller als unser Denken. Deshalb müssen unsere Institutionen, Regierungen und Gesellschaften – wir alle – die Art und Weise, wie wir denken und handeln, verändern.“

Sicherheit in der Arktis und Zusammenarbeit mit den USA

Europa sei sich mit den USA einig darin, dass die Sicherheit der arktischen Region gewährleistet werden muss und man arbeite hier auch zusammen, besonders im Rahmen der NATO. „Wir sind auf einer Linie. Und deshalb ist die Drohung von neuen Zöllen aus Sicherheitsgründen schlichtweg falsch. Wenn wir jetzt in eine gefährliche Abwärtsspirale innerhalb des Bündnisses geraten, würde dies eben jene Gegner ermutigen, die wir beide so eindeutig aus unserer strategischen Landschaft fernhalten wollen.“

Beim morgigen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs werde es um die europäische Antwort gehen: „Wir stehen an einem Scheideweg. Europa bevorzugt Dialog und Lösungen – aber wir sind uneingeschränkt bereit zu handeln, sollte das nötig sein. Geeint, schnell, entschlossen.”

Freihandelsabkommen der EU mit Partnern in der Welt

Weitere Themen in von der Leyens Rede im Plenum des Europäischen Parlaments war die europäische Unterstützung für die Ukraine sowie Freihandelsabkommen der EU mit Partnern in der Welt – namentlich mit dem Mercosur und mit Indien. Die Kommissionspräsidentin sprach von enormen Chancen für die europäischen Unternehmen, neuen Arbeitsplätzen und einer krisenfesteren Versorgungssicherheit. 

Von der Leyen betonte: „Je mehr Handelspartner wir weltweit haben, desto unabhängiger sind wir. Und genau das brauchen wir jetzt. Nehmen wir das Mercosur-Abkommen. Ich weiß, dass darüber in diesem Haus heftig diskutiert wird. Das Abkommen sichert uns den Zugang zu Rohstoffen, die unsere Industrie benötigt. Und europäische Unternehmen werden enorm davon profitieren. Schauen Sie sich den Automobilsektor an: Die europäischen Ausfuhren in die Mercosur-Länder könnten um 20 Mrd. EUR oder 200 % steigen. Ähnliches gilt für den Chemiesektor oder den Maschinenbau. Das Mercosur-Abkommen bringt riesige Vorteile für Erzeuger von Milchprodukten, Wein, Spirituosen, Speiseöl und vielem mehr. Gleichzeitig haben wir Ihren Bedenken und denen unserer Landwirtinnen und Landwirte aufmerksam zugehört. Und wir haben starke Garantien für unsere sensiblen Agrar- und Lebensmittelsektoren eingebaut. Ich bin überzeugt, dass dieses Abkommen unserer gesamten Wirtschaft und allen unseren Mitgliedstaaten nützen wird.“

Gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen

Die Kommissionspräsidentin schloss ihre Rede mit den folgenden Worten: „Dieser Moment der globalen Veränderung birgt viele Gefahren. Und Europa muss bereit sein, sich noch schneller zu verändern. Noch unabhängiger zu werden, um seine eigene Zukunft zu sichern. Das wird nicht leicht. Wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen und wir werden all unser Handeln im größeren Zusammenhang sehen müssen. Aber gemeinsam können wir es schaffen.”

Weitere Informationen

Rede im vollen Wortlaut

Videomitschnitt der Rede

Rede der Kommissionspräsidentin in Davos (20.1.2026)

Pressekontakt: birgit [dot] schmeitzneratec [dot] europa [dot] eu (Birgit Schmeitzner), Tel.: +49 (30) 2280-2300. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

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Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
21. Januar 2026
Autor
Vertretung in Deutschland