Für viele Forschende bei TRYSUB ist Krebsforschung mehr als Wissenschaft. Dr. Anna Grebinyk vom Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) in Zeuthen hat eigene Erfahrungen mit Krebs in der Familie gemacht. Dies hat ihre Arbeit bis heute geprägt.
Aus persönlicher Motivation und mithilfe von EU-Fördermitteln entsteht Forschung, die Grenzen zwischen Disziplinen überwindet: Gemeinsam mit der Uni Potsdam und der TH Wildau erforscht das DESY einen neuen Ansatz in der Krebsforschung.
Ziele der Forschung
Innovationen für eine bessere Gesundheitsversorgung Das Projekt erforscht neue Ansätze, um die medizinische Versorgung von morgen wirksamer und patientenorientierter zu gestalten. | Mehr Sicherheit durch moderne Forschung Neue Technologien können dazu beitragen, Krankheiten präziser zu erkennen und Behandlungen gezielter einzusetzen. |
Starke Partnerschaften für medizinischen Fortschritt Forschungseinrichtungen bündeln ihr Wissen, um gemeinsam innovative Lösungen für aktuelle Gesundheitsherausforderungen zu entwickeln. | Ein zukunftsfähiges und resilientes Gesundheitssystem Das Projekt könnte dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung langfristig leistungsfähig und widerstandsfähig aufzustellen. |
Manchmal beginnt Fortschritt mit etwas, das man kaum sehen kann: winzigen Nanopartikeln. Diese speziell entwickelten Partikel sehen unter dem hochauflösenden Elektronenmikroskop aus wie kleine Fußbälle. Sie sind so klein, dass sie lange im Blutkreislauf bleiben können. Da Tumore oft besonders durchlässige Blutgefäße und veränderte Zellstrukturen besitzen, sammeln sich die Nanopartikel bevorzugt dort an und werden von den Krebszellen aufgenommen.
Untersucht wird, ob sich Wirkstoffe mithilfe solcher Nanopartikel künftig gezielter an Tumorgewebe heranführen lassen. Zudem erforscht das Projekt, ob solche Nanopartikel in Kombination mit Strahlung dazu beitragen können, die Tumorzellen zusätzlich zu schädigen. Weil der Forschungsansatz Therapie und Bildgebung verbindet, spricht man auch von einem theranostischen Ansatz. So könnte ein Behandlungsansatz entstehen, der die Therapie wirksamer macht und langfristig zur Verbesserung künftiger Behandlungsmöglichkeiten beitragen könnte.
Noch steht die Forschung in der präklinischen Forschungsphase. Die untersuchten Ansätze sind noch keine zugelassene Diagnose- oder Behandlungsmethode und stehen Patientinnen und Patienten derzeit nicht zur Verfügung. Das Ziel ist aber klar: neue Wege finden, damit Krebsbehandlungen eines Tages effektiver werden.

Auch für Prof. Dr. Frohme von der TH Wildau steht die konkrete Hilfe am Menschen im Vordergrund seiner Forschung. Trotz vieler Jahre in der Krebsforschung ist TRYSUB für ihn dennoch etwas Besonderes: ein Verbundprojekt, in dem verschiedene Fachbereiche und internationale Forschende zusammenkommen.
Auch das frische Wissen von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und jungen Studierenden fließt ein. Für Prof. Frohme liegt genau darin die große Chance: Perspektiven zu verbinden und gemeinsam zu lernen.

Für die Umsetzung des Projekts stehen bis Juni 2028 insgesamt rund 2,74 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit 1.646.370,41 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Weitere 1.097.580,28 Euro werden von den beteiligten Projektpartnern eingebracht. Davon entfallen 247.750,00 Euro auf die Universität Potsdam, 297.296,62 Euro auf die Technische Hochschule Wildau und 552.533,66 Euro auf das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY.
Mehr Informationen über den EU-Haushalt, was er fördert und wie er finanziert wird, erhalten Sie hier.
