Das Gefühl der Verbundenheit mit der Europäischen Union ist in Deutschland gestiegen, und zwar verglichen zum Vorjahr um 4 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Das ergab die im Herbst durchgeführte Eurobarometer-Umfrage. Die Frage, ob die eigene Stimme in Europa zählt, haben ebenfalls zwei Drittel (66 Prozent) mit Ja beantwortet. Auch das ist ein deutlicher Anstieg binnen eines Jahres, plus 7 Prozentpunkte. Und wer sich gehört fühlt, ist zufriedener (93 Prozent) als jene, die das nicht so empfinden (70 Prozent).
Die Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland Barbara Gessler betonte: „Die nationalen Ergebnisse der aktuellen Eurobarometer-Umfrage zeigen, dass mit 49 Prozent eine relative Mehrheit der Deutschen der Europäischen Union vertraut, ein Plus von 2 Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage im Vorjahreszeitraum. 41 Prozent der Deutschen und 44 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger haben ein gutes Bild von der EU. Auf diesem positiven Trend wollen wir in den nächsten Monaten aufbauen und den Menschen zeigen, dass die EU die richtige Ebene für Lösungen bei wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Problemen ist.“
Deutsche sehen ihr Land auch künftig in der EU
Deutschland ist als Mitglied der EU besser für künftige Herausforderungen gerüstet: das sieht eine deutliche Mehrheit der Deutschen (76 Prozent, +3 Pp) und Europäerinnen und Europäer (65 Prozent, +2 Pp) so. Das Deutschland eine bessere Zukunft außerhalb der EU hätte, nimmt nur eine Minderheit der Deutschen (21 Prozent, +1 Pp) an, europaweit sind es unverändert 30 Prozent.
Vertrauen in die EU ist gestiegen
Eine relative Mehrheit von 49 Prozent (+ 2 Pp) der Deutschen vertraut der Europäischen Union. Europaweit vertrauen ihr 51 Prozent (+2 Pp). Auffällig ist der Unterschied zwischen den Altersgruppen. 61 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren vertrauen der Europäischen Union, während bei den Deutschen, die älter als 55 Jahre sind, eine Mehrheit der EU nicht vertraut (50 Prozent). Besonders hohes Vertrauen genießt die EU bei Studierenden (71 Prozent) und denjenigen, die bei Abschluss ihrer Berufsausbildung über 20 Jahre alt waren (51 Prozent).
Mehr Entscheidungen sollen auf europäischer Ebene getroffen werden
Eine Mehrheit der Deutschen und eine Mehrheit EU-weit wünscht sich mehr Entscheidungen auf europäischer Ebene (DE: 52 Prozent, +1 Pp; EU: 58 Prozent, +/-0 Pp). In Deutschland ist auch in dieser Frage ein auffälliger Unterschied zwischen den Altersgruppen zu beobachten. Je jünger, desto größer ist die Zustimmung für Entscheidungen auf EU-Ebene: 15-24 Jahre: 69 Prozent; 25-39 Jahre: 59 Prozent; 40-54 Jahre: 50 Prozent; 55+ Jahre: 44 Prozent.
Frieden und Stabilität sind die Toppriorität für Deutsche
Die Menschen in Deutschland und Europa sehen den Krieg in der Ukraine als wichtigstes Problem der EU (DE: 42 Prozent, -1 Pp; EU: 31 Prozent, -4 Pp), gefolgt von Einwanderung (DE: 37 Prozent, +1 Pp; EU: 28 Prozent, +4 Pp). Dementsprechend wünschen sich 52 Prozent der Deutschen, dass die EU Frieden und Stabilität in Europa sichert, an zweiter Stelle liegen Maßnahmen der EU zur Einwanderung, die von 38 Prozent der Deutschen gewünscht werden.
Deutsche und Europäer sind mit ihrem Leben zufrieden
Insgesamt sind 87 Prozent (-2 Pp) der Deutschen und 86 Prozent (+/- 0 Pp) EU-weit mit ihrem Leben zufrieden. In der EU ist die Lebenszufriedenheit durchweg hoch, lediglich Bulgarien (66 Prozent, +1 Pp), Griechenland (62 Prozent, -7 Pp) und Rumänien (68 Prozent, +6 Pp) weisen nicht so hohe Werte auf. Am wenigsten zufrieden sind die Menschen im EU-Bewerberland Türkei mit 57 Prozent (-1 Pp).
Hintergrund
Die Erhebung für das Standard-Eurobarometer 102 (Herbst 2024) wurde von Oktober bis November in allen 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. 26.525 EU-Bürgerinnen und Bürger wurden persönlich befragt. In Deutschland wurden 1542 Bürgerinnen und Bürger befragt. Informationen über Eurobarometer und alle Umfragen finden Sie auf dieser Website.
Weitere Informationen
Eurobarometer 102: Nationaler Bericht Deutschland
Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.
Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.
Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 12. Dezember 2024
- Autor
- Vertretung in Deutschland