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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung14. Juli 2022Vertretung in Deutschland

Analyse: Deutschland besonders stark in Bio-, Natur- und Ingenieurwissenschaften

Ein pinker Hintergrund mit einem weißen Krais in der Mitte. Innerhalb des Kreises sind grafische Darstellungen eines DNA-Strang, verschiedene chemische Formeln und Verbindungen und unten im Kreis sind zwei Bücher dargestellt, die aufeinander liegen. Auf den Büchern ist grafisch ein Erlenmeyerkolben dargestellt.

Deutsche Forschungsprojekte in den Biowissenschaften sowie den Natur- und Ingenieurwissenschaften waren in den vergangenen Jahren besonders erfolgreich bei der Finanzierung durch den Europäischen Forschungsrat. Das geht aus einer Analyse aller Forschungsprojekte aus dem Zeitraum 2014 bis 2020 hervor, die der Europäische Forschungsrat veröffentlicht hat.

In der Neurowissenschaft konnten z.B. 65 Projekte aus Deutschland gefördert werden, in der Immunitäts- und Infektionsforschung 54, in der Elementarteilchenphysik 81 und in der synthetischen Chemie 82 Projekte. Viele der ERC-geförderte Projekte waren an Max Planck Instituten, Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, aber auch an Universitäten wie der TU München und der Universität Münster angesiedelt.

Beste Investition in unsere Zukunft

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, sagte: „Wir sehen nicht nur, dass die ERC-Geförderten die Grenzen des Wissens erweitern, sondern die Studie zeigt auch, dass dieses Wissen uns helfen kann, den Europäischen Grünen Deal, EU4Health und andere wichtige Initiativen zum Erfolg zu führen.“ ERC-Präsidentin Maria Leptin fügte hinzu: „Dieser Bericht widerlegt erneut die Ansicht, dass man den Forschern sagen muss, was sie zu tun haben, weil sie sich sonst nicht mit praktischen Fragen und dringenden Problemen befassen. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt! Ein beeindruckendes Drittel unserer Projekte trägt zur Gesundheitspolitik bei. Viele sind von großer Bedeutung für Nachhaltigkeit und digitale Lösungen. Meine Botschaft an alle forschungspolitischen Entscheidungsträger lautet daher: Vertrauen Sie den Forschern und geben Sie ihnen die Mittel, um ihre besten Ideen zu verfolgen! Das ist die beste Investition in unsere Zukunft.“

Projekte aus den Bereichen Gesundheitspolitik, digitaler Wandel und Klimapolitik

Zwischen 2014 und 2020 hat der ERC insgesamt 6.707 Forschungsprojekte im Wert von 13,3 Milliarden Euro finanziert. Von den analysierten ERC-Projekten werden etwa ein Drittel einen Beitrag zur Gesundheitspolitik leisten, u. a. in den Bereichen Krebs-, Gehirn- und Geistesforschung. Eines von zehn Projekten befasste sich mit Problemen im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel, die Hälfte davon im Bereich der künstlichen Intelligenz. Schließlich wurden 14 Prozent als relevant für die Klimapolitik und umweltfreundliche Lösungen eingestuft.

Die Studie – „Mapping of ERC Frontier Research“ (Kartierung der ERC-Pionierforschung) zeigt die große Vielfalt der geförderten Forschung, neu entstehende Wissenschaftsbereiche, neue Methoden und interdisziplinäre Verbindungen zwischen den von den ERC-Geförderten behandelten Forschungsproblemen. Auch die Verteilung der Projekte in Europa wird deutlich: So wurden im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden zusammen 40 Prozent aller Projekte in den Sozial- und Geisteswissenschaften durchgeführt. Einige Länder schneiden in bestimmten Bereichen sehr gut ab, z. B. werden 21 Prozent aller Projekte in der Mathematik in Frankreich und 31 Prozent der Projekte in Polen in den Computerwissenschaften und der Informatik durchgeführt.

In den Datenblättern werden die häufigsten Disziplinen (z. B. Zellbiologie oder Wirtschaftswissenschaften), vorherrschende Themen (z. B. Algorithmenentwicklung und kulturelles Erbe) und neue Methoden oder Instrumente (z. B. im Bereich der computergestützten Modellierung und Simulationen bei der computergestützten Proteinvorhersage) vorgestellt.

Der ERC wird heute um 13.15 Uhr auf dem EuroScience Open Forum (ESOF) im niederländischen Leiden eine Pressekonferenz zu „Mapping of ERC Frontier Research“ abhalten. ERC-Präsidentin Maria Leptin, Prof. Dirk Inzé und Nobelpreisträger und Mitglied des wissenschaftlichen Rates, Prof. Ben Feringa, halten Eröffnungsreden und beantworten Fragen. Registrieren können Sie sich für ESOF hier. Zur Teilnahme an der Pressekonferenz kontaktieren Sie bitte das ERC-Medienteam.

Über den ERC

Der ERC, der 2007 von der Europäischen Union gegründet wurde und dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert, ist die wichtigste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Er fördert kreative Forscherinnen und Forscher aller Nationalitäten und jeden Alters, die Projekte in ganz Europa durchführen. Der ERC bietet vier zentrale Förderprogramme an: Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants und Synergy Grants. Mit seinem zusätzlichen Programm für Proof of Concept Grants hilft er den Geförderten, die Lücke zwischen ihrer bahnbrechenden Forschung und den frühen Phasen ihrer Kommerzialisierung zu schließen. Der ERC wird von einem unabhängigen Leitungsgremium, dem wissenschaftlichen Rat, geleitet. Seit dem 1. November 2021 ist Maria Leptin die Präsidentin des ERC. Das Gesamtbudget des ERC für die Jahre 2021 bis 2027 beläuft sich auf mehr als 16 Milliarden Euro und ist Teil des Forschungsprogramms Horizont Europa, für das die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, zuständig ist.

Weitere Informationen:

Daily News vom 14. Juli 2022

Überblick: ERC –Forschung im EU-Forschungsprogramm Horizont 2020

Datenblätter:

Pressekontakte ERC: erc-pressatec [dot] europa [dot] eu (Marcin Mońko), Tel.: +32 (0) 460 76 72 48; erc-pressatec [dot] europa [dot] eu (Madeleine Drielsma), Tel.:  +32 (0) 498 98 43 97

Pressekontakt Vertretung: gabriele [dot] imhoffatec [dot] europa [dot] eu (Gabriele Imhoff), Tel.: +49 (30) 2280-2820. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per frageaterlebnis-europa [dot] eu (E-Mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
14. Juli 2022
Autor
Vertretung in Deutschland