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Vertretung in Deutschland
Presseartikel29 Januar 2021Vertretung in Deutschland

Auswirkungen von Corona auf Migration: Zahlen der irregulären Grenzübertritte auf 6-Jahres-Tief

Die Corona-Pandemie wirkt sich erheblich auf die Migration in die EU aus. Das belegen die heute (Freitag) veröffentlichten EU-Daten zu Asyl und irregulären Grenzübertritten für die ersten 10 Monate des Jahres 2020. Die EU verzeichnete insgesamt einen...

Aktualisierte Daten über die Bevölkerungsentwicklung insgesamt, einschließlich der legalen Migration, auf die der überwiegende Teil der Zuwanderung in die EU entfällt, werden zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verfügbar sein, dürften aber einen ganz erheblichen Rückgang der Migration erkennen lassen. Daten zu den Rückführungen im Jahr 2020 werden im Laufe dieses Jahres verfügbar sein. Auch hier ist ein Rückgang zu erwarten.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson fügte hinzu: „Die Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf die Migration und auf die Migranten selbst, die für die Reaktion der EU auf das Coronavirus häufig eine wichtige Rolle spielten, dabei aber selbst unverhältnismäßigen Risiken ausgesetzt waren. Während wir über das neue Migrations- und Asylpaket verhandeln, müssen die Mitgliedstaaten ihre Migrationsmanagementsysteme weiter modernisieren und reformieren. Angesichts der geringen Zahl der Neuankömmlinge ist nun die Gelegenheit, unser Haus in Ordnung zu bringen.“

Starker Rückgang der Asylanträge

In den ersten 10 Monaten des Jahres 2020 wurden in der EU 390.000 Asylanträge (davon 349.000 Erstanträge) gestellt, was einem Rückgang um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Mitgliedstaaten haben ihren Bearbeitungsrückstand bei den anhängigen Asylverfahren verringert. Ende Oktober 2020 belief sich die Zahl der anhängigen Verfahren auf 786.000, d. h. 15 Prozent weniger als Ende 2019. Dennoch ist der Bearbeitungsrückstand auf EU-Ebene höher als die Zahl der jährlich neu gestellten Asylanträge – mit erheblichen Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten. Die Anerkennungsquote bzw. der Prozentsatz der Asylanträge, die zu einer positiven Entscheidung in erster Instanz geführt haben (vor Rechtsbehelfen), lag bei 43 Prozent.

Zahl der irregulären Grenzübertritte so niedrig wie vor 6 Jahren, jedoch mit erheblichen regionalen Unterschieden

Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die EU (114.300 im Zeitraum Januar-November 2020) ging um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit 6 Jahren. Während die irregulären Ankünfte in den Ersteinreiseländern entlang des östlichen Mittelmeers deutlich zurückgingen (19.300, d.h. -74 Prozent), war der Rückgang vor allem auf die geringen Ankünfte aus der Türkei nach Griechenland zurückzuführen.

Trotz des allgemeinen Rückgangs nahmen die irregulären Ankünfte über das zentrale Mittelmeer (nach Italien und Malta) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 zu (+154 Prozent). Im Jahr 2020 gelangten mehr als 34.100 Migranten nach Italien. 2019 waren es dagegen etwa 11.500.

Die Ankünfte in Spanien, insbesondere auf den Kanarischen Inseln, stiegen 2020 im Vergleich zu 2019 deutlich an (35.800, d.h. +46 Prozent). In Spanien waren die Auswirkungen der COVID-19-Beschränkungen auf irreguläre Ankünfte vorübergehend: Seit August 2020 war die Zahl der Ankünfte in Spanien durchgehend höher als 2019.

Die Überquerung des Mittelmeers ist nach wie vor gefährlich. Trotz der rückläufigen Zahlen im Jahr 2020 wurden 1.754 Personen als tot oder vermisst gemeldet – gegenüber 2.095 Personen im Jahr 2019.

Hintergrund

Im September 2020 legte die Kommission ihren Vorschlag für ein neues Migrations- und Asylpaket mit einer detaillierten Faktenanalyse auf der Grundlage der verfügbaren Statistiken zur Migration nach Europa vor, die zur Unterstützung der vorgeschlagenen politischen Maßnahmen gedacht ist. Die Kommission veröffentlicht Statistiken über die Migration nach Europa, die vierteljährlich auf der Grundlage der neuesten verfügbaren Daten unter anderem aus folgenden Quellen aktualisiert werden: Eurostat, OECD, UNDESA, UNHCR, IOM, Frontex und EASO.

Die Daten werden nach unterschiedlichen Zeitplänen erhoben. Es liegen vierteljährliche Daten zu Asyl, irregulärer Migration und Rückführung/Rückkehr vor, während jährliche Aktualisierungen für die Bevölkerungsentwicklung insgesamt vorgesehen sind (April) sowie für Visa, Beschäftigung, weltweite Flüchtlingszahlen (Juli) und legale Migration sowie die Anwendung der Dublin-Asylvorschriften (Oktober).

Weiterführende Informationen:

Statistik zur Migration in die EU

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
29 Januar 2021
Autor
Vertretung in Deutschland