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Presseartikel24 November 2021

COVID-19: ECDC warnt vor weiter steigenden Zahlen und mahnt, Impflücken zu schließen

Young woman wearing gloves and holding a face mask with the European symbol.

Zu wenig Impfungen und gelockerte Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus führen derzeit in den meisten EU-Ländern zu mehr Covid-19-Infektionen und einer steigenden Belastung von Krankenhäusern und Intensivstationen. In seiner heute (Mittwoch) veröffentlichten aktuellen Risikoanalyse warnt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), dass das Krankheitsrisiko in Europa durch die Delta-Variante weiter steigen und im Dezember und Januar sehr hoch sein dürfte. Um gegenzusteuern, braucht es laut ECDC sofortige nicht-pharmazeutische Maßnahmen (etwa Maskenpflicht oder Abstandsregeln), ein Schließen der Impflücke sowie schnellere Auffrischungsimpfungen. „Derzeit sind weniger als 70 Prozent der Gesamtbevölkerung in der EU/im EWR vollständig geimpft“, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. „Dies hinterlässt eine große Impflücke, die nicht schnell geschlossen werden kann und dem Virus reichlich Raum zur Ausbreitung bietet.“

Sie erklärte weiter: „Es gibt immer noch Untergruppen und Altersgruppen, in denen die Durchimpfungsrate niedriger ist als gewünscht, selbst in Ländern, die eine gute Gesamtimpfrate erreicht haben. Es gibt immer noch zu viele Menschen, die dem Risiko einer schweren COVID-19-Infektion ausgesetzt sind und die wir so bald wie möglich schützen müssen. Wir müssen uns dringend darauf konzentrieren, diese Immunitätslücke zu schließen, allen Erwachsenen Auffrischungsimpfungen anbieten und wieder nicht-pharmazeutische Maßnahmen einführen. Da Impfstoffe einen hohen Schutz gegen schwere Folgen einer COVID-19-Infektion bieten, zeigen die Prognosen, dass eine große Anzahl neuer COVID-19-Krankenhauseinweisungen ungeimpfte Personen betreffen wird, insbesondere ungeimpfte Personen in Risikogruppen.“

Laut der Analyse des ECDC verringert eine COVID-19-Impfung weiterhin erfolgreich Todesfälle, verringert Krankenhausaufenthalte und senkt die Übertragungsrate, trotz der anhaltenden Dominanz der Delta-Variante, die um bis zu 60 Prozent übertragbarer ist als die zuvor dominierende Alpha-Variante.

Bislang sind 65,4 Prozent der Gesamtbevölkerung und 76,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vollständig gegen COVID-19 geimpft. Vier Länder melden nach wie vor weniger als 50 Prozent vollständig geimpfter Gesamtbevölkerung. 

Während die Belastung durch COVID-19 in einer Reihe von Ländern mit geringer Durchimpfung besonders hoch ist, gibt es Hinweise auf eine steigende Belastung auch in Ländern mit höherer Durchimpfung.

Verfügbare Erkenntnisse aus Israel und dem Vereinigten Königreich zeigen, dass der Schutz vor Infektionen und schweren Erkrankungen nach einer Auffrischungsimpfung in allen Altersgruppen kurzfristig deutlich zunimmt. Alle EU-/EWR-Länder haben mit der Verabreichung von Zusatzimpfungen (zum besseren Schutz von Personen, die auf die Erstimpfung nur unzureichend reagieren) und Auffrischungsimpfungen (zur Verbesserung des Schutzes von Personen, deren Immunität nach Abschluss der Erstimpfung im Laufe der Zeit nachlassen kann) begonnen.

Modellprognosen machen laut ECDC deutlich, dass die nicht-pharmazeutische Maßnahmen (NPI) als Sofortmaßnahme zur Eindämmung der Übertragung erforderlich sind, und zwar in Kombination mit der Einführung von Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, die vorrangig bei Personen ab 40 Jahren erfolgen sollten. Auffrischungsimpfungen werden die Kontrolle der Übertragung über die unmittelbare Wirkung der Einführung der NPI hinaus aufrechterhalten.

Weitere Informationen:

Risikoanalyse des ECDC vom 24. November

Statement von ECDC-Direktorin Andrea Ammon

Pressekontakt beim ECDC: Pressestelle ECDC, Tel. +46 (0)8 58 60 16 78

Pressekontakt Kommissionvertretung: Claudia Guske, Tel.: +49 (30) 2280-2190. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
24 November 2021