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Vertretung in Deutschland
Presseartikel23. Februar 2022Vertretung in Deutschland

EU-Kommissar Lenarčič in Niger: EU kündigt humanitäre Hilfe in Höhe von 43 Mio. Euro an

Visit of Janez Lenarčič, European Commissioner for Crisis Management, to Niger

Janez Lenarčič, EU-Kommissar für Krisenmanagement, besucht heute (Mittwoch) Niger, um sich einen Überblick über den humanitären Bedarf in dem Land zu verschaffen, in dem eine beispiellose Ernährungskrise infolge des Klimawandels droht. Im Rahmen seines Besuchs kündigte Lenarčič die Bereitstellung von 43 Mio. Euro für humanitäre Hilfe der EU in Niger im Jahr 2022 an. „Die humanitäre Lage und die Sicherheitslage in Niger verschlechtern sich zunehmend und es wird mehr Hilfe benötigt. Die Situation ist ähnlich wie in vielen Gebieten der Sahelzone. Die EU ist entschlossen, weiterhin humanitäre Hilfe für die bedürftigsten Bevölkerungsgruppen in Niger zu leisten“, erklärte Lenarčič hierzu. „Humanitäre Hilfe kann allerdings nicht soziale Dienstleistungen ersetzen, für die vor allem die nationalen Behörden zuständig sind. Wir sind hier, um alle Anstrengungen zu unterstützen, damit die Hilfe zu denen gelangt, die sie am dringendsten benötigen.“

Diese neue humanitäre Hilfe der EU wird gezielt an Gebiete und Regionen gehen, die von Konflikten, Epidemien, weitreichender Nahrungsmittelknappheit und hohen Unterernährungsraten bei Kindern betroffen sind. Die EU-Mittel für humanitäre Hilfe sollen vor allem für die Deckung der Grundbedürfnisse eingesetzt werden – insbesondere für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung, Unterkünfte, Gesundheitsversorgung, Zugang zu sauberem Wasser und Bildung für Kinder im Kontext humanitärer Krisen.

Während seines Besuchs wird der Kommissar mit dem Präsidenten der Republik, Mohamed Bazoum, dem Premierminister, mit Ministern und Vertretern von nationalen Institutionen, lokalen Behörden, internationalen humanitären Organisationen, EU-Mitgliedstaaten und UN-Einrichtungen zusammentreffen. Außerdem wird er ein von der EU finanziertes Projekt besuchen, mit dem die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen in die lokalen Gemeinschaften gefördert wird, und wird mit Betroffenen wie auch mit humanitären Organisationen und lokalen Behörden über die derzeitige Lage sprechen.

Hintergrund

Mehr als 3,7 Millionen Menschen in Niger benötigen humanitäre Hilfe. Das Land steht auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen an letzter Stelle. Viele Menschen leiden unter Lebensmittelknappheit. Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind derzeit aufgrund der verschlechterten Niederschlagsverhältnissen, des Anstiegs der Preise für Grundnahrungsmittel und der Unsicherheit stark von Ernährungsunsicherheit betroffen. Schätzungsweise 3,6 Millionen Menschen könnten in der nächsten Magersaison von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sein, es droht eine Ernährungskrise beispiellosen Ausmaßes. Schwere akute Unterernährung der Notfallstufe betrifft Kinder unter 5 Jahren. Vor allem in der Region Tillabéri nimmt die Sorge über die Ernährungsunsicherheit zu.

Die extreme Gewalt, mit der bewaffnete Rebellengruppen gegen Zivilisten in Burkina Faso, Mali und Nigeria vorgehen, verschärft die humanitäre Lage in der Sahelzone. Allein Niger hat rund 260.000 Flüchtlinge aus Mali, Nigeria und Burkina Faso aufgenommen. Aufgrund der zunehmenden Unsicherheit in Niger halten sich etwa 265.000 Binnenvertriebene in den Regionen Diffa, Maradi, Tahoua und Tillabéri auf. Diese Menschen sind für ihr Überleben weitestgehend auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den Regionen Tillabéri und Tahoua haben bewaffnete Rebellengruppen im Jahr 2021 mehr als 700 Zivilisten getötet. Der Zugang zu den spärlichen sozialen Diensten wird durch wiederholte Angriffe auf Gesundheitszentren und Schulen behindert.

Weitere Informationen:

Vollständige Pressemitteilung vom 23. Februar

Factsheet: Niger

Pressekontakt: fabian [dot] weberatec [dot] europa [dot] eu (Fabian Weber), Tel.: +49 (0) 30 2280-2250. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

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Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
23. Februar 2022
Autor
Vertretung in Deutschland