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Vertretung in Deutschland
Presseartikel9. Juni 2022Vertretung in Deutschland

EU unterstützt ukrainische Technologie-Unternehmen mit 20 Mio. Euro

Press statement by Mariya Gabriel, European Commissioner for Innovation, Taavi Madiberk, CEO and Member of the Board of Skeleton Technologies, and Olha Stefanishyna, Ukrainian Deputy Prime Minister, on EIC action for Ukrainian SMEs

Mit einer neuen Initiative unterstützt die EU-Kommission mindestens 200 ukrainische Technologie-Unternehmen mit bis zu 60.000 Euro. Die Kommission hat die ehrgeizige Aktion in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro zur Unterstützung der ukrainischen Innovationsgemeinschaft gestartet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verwies auf das große Potenzial der ukrainischen Start-up-Szene: „Diese wirtschaftliche Leistungsfähigkeit muss unbedingt erhalten bleiben, damit die im Technologiebereich tätigen ukrainischen Innovatoren expandieren und sich weiter in das europäische Innovationssystem integrieren können. Wir wollen, dass sie ihre Tätigkeit auf die europäischen und außereuropäischen Märkte ausweiten“.

Margrethe Vestager, die für das Ressort „Ein Europa für das digitale Zeitalter“ zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin, appellierte an die europäischen Innovationsakteure, die Hochtechnologie-Gemeinschaft der Ukraine zu unterstützen und sie damit stärker, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Die Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, ergänzte: „Vor der Invasion Russlands gab es in der Ukraine eine dynamische Start-up-Szene im Technologiebereich mit über 1600 Unternehmen. Diese neue Maßnahme zielt darauf ab, diese fortschrittlichen Entwicklungen zu sichern und die Verbindungen zu den europäischen Innovationssystemen zu stärken. Dadurch soll gewährleistet werden, dass ukrainische Start-ups gut dafür aufgestellt sind, zu einer Triebkraft für den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft zu werden.“

Die neue Initiative wurde durch eine gezielte Änderung des Arbeitsprogramms 2022 des Europäischen Innovationsrats (EIC) möglich. Der EIC wird ebenfalls nicht-finanzielle Unterstützung anbieten, z. B. Unternehmensberatungsdienste und Matchmaking. Dies wird ukrainischen Innovatoren helfen, neue Märkte zu erschließen und von den europäischen Finanzierungsinstrumenten zu profitieren.

Am 23. Juni wird die Aufforderung anlaufen, Vorschläge einzureichen. Die Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro werden für ein europaweites Netz von Start-up-Verbänden ausbezahlt, durch das ukrainische Innovationsakteure unterstützt werden sollen. Dabei werden Synergien mit einschlägigen EU-Initiativen wie dem Enterprise Europe Network sichergestellt. Der Europäische Innovationsrat (EIC) will so die Kontinuität der Geschäftstätigkeit ukrainischer Technologieunternehmen sichern und ihr Wachstum fördern. Ziel ist es, ukrainische Start-up-Unternehmen auf eine Bewerbung um künftige EIC-Finanzierungsmöglichkeiten vorzubereiten. Der EIC kann für Start-ups bis zu 17,5 Millionen Euro als Finanzhilfen und Beteiligungsinvestitionen bereitstellen und weitere private Investitionen bis zum Dreifachen des aus öffentlichen Mitteln investierten Betrags mobilisieren.

Darüber hinaus ist heute das Abkommen über die Assoziierung der Ukraine mit dem Programm „Horizont Europa“ und dem Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung nach der Ratifizierung durch die Ukraine in Kraft getreten. Das Abkommen wurde am 12. Oktober 2021 anlässlich des Gipfeltreffens EU-Ukraine unterzeichnet. Jetzt stehen europäischen und ukrainischen Forschenden und Innovatoren, Hochschulen und Unternehmen (einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)) alle Möglichkeiten offen, zu gleichen Bedingungen zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen und kritische Herausforderungen anzugehen. Angesichts des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Zusage der EU, der ukrainischen Forschungs- und Innovationsgemeinschaft konkrete Mittel als Unterstützung anzubieten, wird sich die Ukraine am Programm „Horizont Europa“ und am Euratom-Programm beteiligen, ohne für die Jahre 2021 und 2022 einen finanziellen Beitrag leisten zu müssen. Der Beitrag, der der Ukraine erlassen wurde, beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro.

Diese Unterstützung ergänzt die laufenden Initiativen „European Research Area for Ukraine“ (Europäischer Forschungsraum für die Ukraine – ERA4Ukraine), Horizon4Ukraine und ERC for Ukraine (ERC für die Ukraine) sowie das mit 25 Millionen Euro dotierte spezielle Stipendienprogramm im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme (MSCA) für aus der Ukraine geflüchtete Forscherinnen und Forscher.

Hintergrund

Im Februar 2022 hatte die Kommission das Jahresarbeitsprogramm des EIC angenommen, mit dem für das Jahr 2022 Finanzierungsmöglichkeiten in Höhe von über 1,7 Milliarden Euro auf den Weg gebracht wurden. Der im März 2021 als maßgebliche Neuerung im Rahmen des Programms „Horizont Europa“ ins Leben gerufene EIC ist für den Zeitraum von 2021 bis 2027 mit Mitteln in Höhe von über 10 Milliarden Euro ausgestattet.

Um alle verfügbaren Ressourcen zu mobilisieren und in diesen schwierigen Zeiten hilfreiche Unterstützung für die Ukraine bereitzustellen, wurde das EIC-Arbeitsprogramm geändert und eine zusätzliche Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die ukrainische Hochtechnologie-Gemeinschaft mit großem Potenzial für bahnbrechende Innovationen veröffentlicht. In den vergangenen Jahren ist die ukrainische Start-up-Szene stetig gewachsen und hat einen immer größeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum des Landes geleistet. Diese Maßnahme sollte die ukrainischen Technologieökosysteme stärken und innovative Lösungen für den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft und Infrastruktur nach Kriegsende unterstützen.

Weitere Informationen:

Vollständige Pressemitteilung

Arbeitsprogramm des EIC für 2022

Maßnahmen des EIC für die Ukraine – Factsheet

Bericht des EIC über die erzielte Wirkung (2021)

Finanzierungs- und Ausschreibungsportal

ERA4Ukraine

Internationale Zusammenarbeit mit der Ukraine im Bereich Forschung und Innovation (FuI)

„Horizont Europa“

Euratom

Europas globales Konzept für Forschung und Innovation

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
9. Juni 2022
Autor
Vertretung in Deutschland