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Presseartikel9 November 2021Vertretung in Deutschland

Gegen Antisemitismus: EU ehrt Überlebende der Shoah mit Videoinstallation in Berlin

Von einem schwarzen Untergrund hebt sich ein weißes Rechteck ab. Es setzt sich aus vielen kleinen abstrakten grafischen Formen zusammen. In der Mitte des Bildes steht geschrieben: "Schwelle/Threshold".
© Bert Zander

Anlässlich der neuen EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens setzt die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland ein Zeichen gegen den Antisemitismus. Ab heute, 9. November 2021, regt im Foyer des Europäischen Hauses am Pariser Platz eine Installation des Videokünstlers Bert Zander zum Denken und Handeln an. „Die Europäische Einigung baut auf der Erinnerung an die Nazizeit und den Zweiten Weltkriegs auf. Deswegen ist es unsere Verantwortung, die Vergangenheit nicht ruhen zu lassen. Jetzt erst recht, denn zu viele wünschen sie sich offenbar zurück!“, sagte der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, Jörg Wojahn. „Mit dieser künstlerischen Arbeit wollen wir als Europäische Institution auf den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und der EU hinweisen und die fundamentale Bedeutung der Shoah für die Europäische Union unterstreichen.“

Die Arbeit Bert Zanders fragt nach der Bedeutung von Zeitzeugenschaft für das Erinnern und für die Konstruktion einer geteilten Wirklichkeit. Stimmen von über 3000 Überlebenden der Shoah schaffen eine Schwelle aus Licht, über die der Weg in das Europäische Haus führt. Die Arbeit macht auch Stimmen von Jüdinnen und Juden hörbar, die über das berichten, was ihnen heute in Deutschland widerfährt. Die Installation soll die Vorübergehenden an den Auftrag erinnern, den uns die Überlebenden der Shoah erteilt haben. Sie soll außerdem zum Gespräch über zeitgemäße Formen des Erinnerns anregen.

Der Künstler Bert Zander zu seinem Werk: „Die Arbeit ist der Versuch, das Unübersetzbare zu übersetzen. Dazu haben wir die Stimmen von Überlebenden der Shoah in Licht verwandelt. Den Steinen am Boden ihre Stimme leihend, erzählen so tausende Menschen stumm aber sichtbar von Antisemitismus, Ausgrenzung und Vernichtung durch mehrheitlich deutsche Täter:innen. Weitere, zeitgenössische Stimmen werden der Installation in den nächsten Wochen und Monaten hinzugefügt.“

Hintergrund zum Künstler

Der Künstler Bert Zander, 1972 in Weimar geboren, arbeitete in den 1990er Jahren als Licht-, Ton- und Videotechniker auf verschiedenen europäischen Theaterbühnen, Tanz- und Musikfestivals. 

2003 Abschluss des Studiums der Gestaltung an der Bauhaus-Universität. Neben Tätigkeiten als Dramaturg, Bühnenbildner zeichnet er sich verantwortlich für die Videogestaltung von mehr als 100 Produktionen in Amsterdam, Berlin, Basel, Dresden, Düsseldorf, München, Luzern, Hamburg, Salzburg, Stuttgart, Paris, Wien, Zürich u.a. Neben verschiedenen filmischen künstlerischen Positionen arbeitet Bert Zander als Regisseur und Video-Künstler seit Jahren an der Schnittstelle zwischen Installation, Film, und Theater.

Weitere Informationen:

Wenn Sie die Installation besuchen oder weitere Informationen erhalten möchten, wenden Sie sich bitte an Nikolaus von Peter.

Pressemitteilung zur EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens 

Fragen und Antworten 

EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens 

Faktenblatt zur EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens 

Pressekontakt: Katrin Abele. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
9 November 2021
Autor
Vertretung in Deutschland