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Presseartikel19 November 2021Vertretung in Deutschland

Grünes Licht: Zehn Milliarden Euro für Europäische Partnerschaften für den grünen und digitalen Übergang

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Von Innovation im Gesundheitswesen über sauberen Wasserstoff bis zu intelligenten Netzen: Der Rat der Europäischen Union hat heute (Freitag) grünes Licht für den Start von neun neuen Europäischen Partnerschaften zwischen der Europäischen Union, den Mitgliedstaaten und der Industrie gegeben. Gestern hatte er bereits die EU-Beteiligung der Partnerschaft zur Metrologieforschung beschlossen. Mit diesen zehn Partnerschaften sollen in Europa innovative Lösungen für globale Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Technologie und Klima gefunden werden. 

Diese Entscheidung folgt dem Vorschlag der Kommission vom Februar, der darauf abzielt, den Übergang zu einem grünen, klimaneutralen und digitalen Europa rascher voranzubringen und die europäische Industrie widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Die EU wird annähernd 10 Mrd. Euro an Finanzmitteln bereitstellen, die von den Partnern um mindestens denselben Betrag aufgestockt werden. Durch diesen gemeinsamen Beitrag sollen weitere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs mit langfristigen positiven Auswirkungen auf Beschäftigung, Umwelt und Gesellschaft mobilisiert werden.

Die einzelnen Partnerschaften

  1. Globale Gesundheitspolitik (EDCTP 3): Diese Partnerschaft wird neue Lösungen schaffen, um die Last durch Infektionskrankheiten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu lindern. Auch werden die Forschungskapazitäten erhöht, um auf wieder auftretende Infektionskrankheiten in diesen Ländern und anderswo in der Welt besser vorbereitet zu sein und darauf reagieren zu können. Bis 2030 sollen mindestens zwei neue Technologien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten entwickelt und eingesetzt sowie mindestens 100 Forschungsinstitute in 30 Ländern unterstützt werden, um weitere Gesundheitstechnologien im Kampf gegen neu auftretende Epidemien zu entwickeln.
     
  2. Initiative zu Innovation im Gesundheitswesen: Diese Initiative wird zur Schaffung eines EU-weiten Forschungs- und Innovationsökosystems beitragen, das die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkrete Innovationen erleichtert. Die Initiative umfasst die Bereiche Prävention, Diagnose, Behandlung und Krankheitsmanagement. Sie wird dazu beitragen, die Ziele des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung, der neuen Industriestrategie für Europa und der Arzneimittelstrategie der EU zu erreichen.
     
  3. Digitale Schlüsseltechnologien: Hierunter fallen elektronische Bauteile, ihre Konzeption, Herstellung und Integration in Systeme sowie die Software, die deren Funktionsweise festlegt. Übergeordnetes Ziel dieser Partnerschaft ist es, den digitalen Wandel in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft, den europäischen Grünen Deal sowie Forschung und Innovation im Hinblick auf die nächste Mikroprozessor-Generation zu unterstützen. Zusammen mit der von 20 Mitgliedstaaten unterzeichneten Erklärung über eine europäische Initiative für Prozessoren und Halbleitertechnologien, einer künftigen Allianz für Mikroelektronik und gegebenenfalls einem neuen wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) zur Förderung bahnbrechender Innovationen, über das die Mitgliedstaaten derzeit beraten, wird diese neue Partnerschaft dabei helfen, Europa wettbewerbsfähiger und technologisch unabhängiger zu machen. Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  4. Kreislauforientiertes biobasiertes Europa: Diese Partnerschaft wird wesentlich zu den Klimazielen für 2030 beitragen und damit den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 ebnen. Außerdem werden im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal die Nachhaltigkeit und das Kreislaufprinzip der Produktions- und Verbrauchssysteme verbessert. Ziel ist die Entwicklung und Ausweitung der nachhaltigen Beschaffung von Biomasse und deren Umwandlung in biobasierte Produkte. Auch soll im Hinblick auf eine Wiederbelebung von ländlichen Gebieten, Küsten- und Randregionen die Einführung biobasierter Innovationen auf regionaler Ebene unter aktiver Beteiligung der lokalen Akteure unterstützt werden.
     
  5. Sauberer Wasserstoff: Diese Partnerschaft wird die Entwicklung und Einführung einer europäischen Wertschöpfungskette für Technologien zur Erzeugung von sauberem Wasserstoff beschleunigen und zu nachhaltigen, dekarbonisierten und voll integrierten Energiesystemen beitragen. In Verbindung mit der Wasserstoff-Allianz werden auch die Unionsziele unterstützt, die in der EU-Wasserstoffstrategie für ein klimaneutrales Europa festgelegt sind. Im Mittelpunkt stehen dabei die Produktion, Verteilung und Speicherung von sauberem Wasserstoff sowie die Versorgung von schwer zu dekarbonisierenden Wirtschaftszweigen wie der Schwerindustrie und dem Schwerlastverkehr.
     
  6. Saubere Luftfahrt: Diese Partnerschaft bringt den Luftverkehr auf Kurs zur Klimaneutralität, indem die Entwicklung und Einführung bahnbrechender Forschungs- und Innovationslösungen beschleunigt wird. Ziel ist es, die nächste Generation von hocheffizienten emissionsarmen Luftfahrzeugen mit neuartigen Energiequellen, Triebwerken und Systemen zu entwickeln und so die Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigung in der Luftfahrtbranche zu verbessern, die für die wirtschaftliche Erholung besonders wichtig sein werden.
     
  7. Europas Eisenbahnen: Mit dieser Partnerschaft werden Entwicklung und Einführung innovativer Technologien – insbesondere Digitalisierung und Automatisierung – beschleunigt, um die grundlegende Umgestaltung des Eisenbahnsystems zu bewerkstelligen und die Ziele des europäischen Grünen Deals zu verwirklichen. Durch mehr Wettbewerbsfähigkeit wird Europas technologische Spitzenposition im Eisenbahnbereich gestärkt werden.
     
  8. Forschung zum Flugverkehrsmanagement im einheitlichen europäischen Luftraum (SESAR 3): Mit dieser Initiative soll das Flugverkehrsmanagement in Europa technologisch schneller umgestaltet und an das digitale Zeitalter angepasst werden, damit Europa der effizienteste und umweltfreundlichste Luftraum in der Welt wird und die Wettbewerbsfähigkeit und Erholung der europäischen Luftfahrtbranche nach der Corona-Krise unterstützt werden.
     
  9. Intelligente Netze und Dienste: Diese Partnerschaft wird die technologische Souveränität bei intelligenten Netzen und Diensten entsprechend der neuen Industriestrategie für Europa, der neuen EU-Cybersicherheitsstrategie und dem 5G-Instrumentarium unterstützen. Sie soll gesellschaftliche Herausforderungen überwinden helfen, den digitalen und ökologischen Wandel ermöglichen sowie Technologien unterstützen, die zur wirtschaftlichen Erholung beitragen. Außerdem werden die europäischen Akteure in die Lage versetzt, die Technologiekapazitäten für 6G-Systeme als Voraussetzung für künftige digitale Dienste bis 2030 aufzubauen. Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  10. Metrologie: Durch diese Partnerschaft soll mittels eigenständiger europäischer Metrologienetzwerke Europas weltweite Führungsposition in der Metrologieforschung ausgebaut werden. Ziel dieser Netzwerke ist es, neue innovative Produkte zu unterstützen und zu flankieren, auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren und zu ermöglichen, dass Vorschriften und Normen, die den staatlichen Maßnahmen zugrunde liegen, wirksam gestaltet und umgesetzt werden.

Weitere Schritte:

Die zehn neuen Europäischen Partnerschaften werden nun in ihre Gründungs- und Umsetzungsphase eintreten, die die Einstellung von Personal, die Ernennung von Beratungsgremien und die Ausarbeitung von Arbeitsprogrammen umfasst. Nach ihrer Gründung werden neue Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, um Forschungs- und Innovationsprojekte entsprechend ihren jeweiligen Zielen auszuwählen und zu finanzieren.

Weitere Informationen:

Die vollständige Pressemitteilung

Europäische Partnerschaften

Europäische Partnerschaften FAQs

Infografik

Pressekontakt: Nikola John, Tel.: +49 (30) 2280-2410, Mobil +49 152 0919 2810. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
19 November 2021
Autor
Vertretung in Deutschland