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Vertretung in Deutschland
Presseartikel5. November 2020Vertretung in Deutschland

Kommission unterstützt 23 Forschungsprojekte zu Diagnose und Behandlung von COVID-19

Forschungsarbeiten zur Medizintechnik, digitalen Werkzeugen und tragbaren Diagnosesystemen werden von der Kommission mit 128 Mio. Euro unterstützt. Um die anhaltende Coronavirus-Pandemie und ihre Auswirkungen zu bekämpfen, hat die Kommission heute...

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, sagte: „Diese Forschung ist von wesentlicher Bedeutung, um verschiedene Aspekte dieser und künftiger Pandemien besser angehen zu können. Sie ermöglicht es uns, unsere Reaktionsfähigkeit zu erhöhen, um Ansteckung zu verhindern, Diagnose und Behandlung zu verbessern und bessere Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen und verhaltensbezogene, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.“

Binnenmarktkommissar Thierry Breton fügte hinzu: „Digitale Technologien sind für unsere Reaktion auf diese plötzliche und schwere Gesundheitsbedrohung von wesentlicher Bedeutung. Die Gewährung finanzieller Unterstützung für diese ausgezeichneten Projekte, die digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz im Mittelpunkt ihrer innovativen Ansätze haben, wird innerhalb der nächsten 24 Monate neue Lösungen zum Schutz des Gesundheitspersonals, Werkzeuge zur schnellen Erkennung von COVID-19 und zur Verhinderung der Ausbreitung sowie zur Verbesserung der Intensivpflege liefern - all dies soll zu unserem gemeinsamen Kampf gegen diese Pandemie beitragen.“

Die Finanzierung im Rahmen von Horizont 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, ist Teil der Zusage der Kommission von 1,4 Milliarden Euro für die Coronavirus Global Response Initiative, die im Mai 2020 von Präsident von der Leyen ins Leben gerufen wurde. Sie ergänzt frühere Anstrengungen zur Entwicklung von Diagnostika, Therapien und Impfstoffen.

Die Projekte umfassen:

  • Neuausrichtung der Produktion für die rasche Herstellung lebenswichtiger medizinischer Ausstattung und Ausrüstung für Erprobung, Behandlung und Prävention – beispielsweise durch Spritzgießen und additive Fertigung (3-D-Druck), anpassungsfähige Produktions- und Lieferkettenmethoden – sowie Neuausrichtung der Produktion als Dienstleistungsnetz zur schnellen Reaktion.
  • Entwicklung medizinischer Technologien und digitaler Instrumente zur besseren Erkennung, Überwachung und Patientenversorgung – beispielsweise durch die Entwicklung neuer Geräte für schnellere, kostengünstigere und einfachere Diagnosen (auch aus der Ferne) sowie neuer Technologien zum Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen.
  • Analyse der verhaltensbezogenen und sozioökonomischen Auswirkungen der Reaktion des Staates und der öffentlichen Gesundheitssysteme – beispielsweise für die psychische Gesundheit, einschließlich geschlechtsspezifischer Aspekte bei Risikofaktoren und der sozioökonomischen Belastung – um gesamtheitliche Leitlinien für politische Entscheidungsträger und Gesundheitsbehörden entwickeln zu können auf künftige ähnliche Ereignisse besser vorbereitet zu sein.
  • Erkenntnisse aus großen Patientengruppen (Kohorten) durch Vernetzung bestehender Kohorten in der EU und darüber hinaus, um ihre Exposition gegenüber bestimmten Risikofaktoren zu bewerten und so die möglichen Krankheitsursachen besser zu verstehen, um besser auf das Virus und andere künftige Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit reagieren zu können.
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen bestehenden Kohorten auf EU- und internationaler Ebene durch Vernetzung von Forschungseinrichtungen, die Daten zur Patientenversorgung sammeln, um Studien zu den Merkmalen der Patienten, den Risikofaktoren, der Sicherheit und Wirksamkeit von Behandlungen und möglichen Strategien gegen das Coronavirus zu ermöglichen.

Hintergrund

Bei zweiten Aufforderung zur Interessenbekundung, die von der Kommission am 19. Mai 2020 veröffentlicht wurde, hatte die Forschungsgemeinschaft knapp vier Wochen Zeit, gemeinsame Projekte vorzubereiten. Die Forschungsgemeinschaft hat sich rasch mobilisiert. Die Bewertung der Forschungsvorschläge wurde durch die Einbindung unabhängiger Experten beschleunigt, sodass die Kommission eine Reihe von Projekten von herausragender wissenschaftlicher Qualität und einer hohen potenziellen Wirkung in die engere Wahl ziehen konnte. Obwohl die Finanzierung von einem endgültigen Beschluss der Kommission und der Unterzeichnung der Horizont-2020-Finanzhilfevereinbarung abhängt, konnten die Forschungsteams ihre Arbeit bereits aufnehmen.

Viele der 23 Projekte, die in die engere Wahl gekommen sind, haben eine internationale Dimension über die EU und die assoziierten Länder hinaus; dabei sind auch 32 Organisationen aus 15 Ländern außerhalb der EU beteiligt: mit dem Programm Horizont 2020 assoziierte Länder (Bosnien-Herzegowina, Israel, Norwegen, Serbien, die Schweiz und die Türkei) und sonstige Drittländer (Argentinien, Australien, Brasilien, Gabun, Indien, Kolumbien, Kongo, Korea, Südafrika und die Vereinigten Staaten).

Diese Aufforderung im Rahmen von Horizont 2020 ergänzte frühere Maßnahmen, mit denen 18 Projekte zur Entwicklung von Diagnostik, Therapien, Impfstoffen und zur Vorbereitung auf Epidemien mit 48,2 Mio. Euro gefördert wurden, ferner acht Projekte zu Diagnose und Behandlung, die über die Initiative Innovative Arzneimittel mit 117 Mio. Euro unterstützt wurden und Maßnahmen zur Unterstützung innovativer Ideen, die über den Europäischen Innovationsrat auf den Weg gebracht wurden. Sie trägt auch dazu bei den Aktionsplans ERAvsCorona umzusetzen, der aufgrund eines Austausches zwischen der Kommission und den nationalen Institutionen erstellt wurde.

Weitere Informationen:

Daily News vom 5. November 2020

Pressemitteilung: Coronavirus: 23 neue Forschungsprojekte mit 128 Mio. Euro von der EU gefördert

Infoblatt – 23 neue Forschungsprojekte zur Bekämpfung des Coronavirus

Zweite Spezifische Aufforderung zur Interessenbekundung im Rahmen von Horizont 2020

Website zur Unterstützung der EU für Forschung und Innovation im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Coronavirus – Krisenreaktion der Kommission

Pressekontakt: gabriele [dot] imhoffatec [dot] europa [dot] eu (Gabriele Imhoff), Tel.: +49 (30) 2280-2820 und nikola [dot] johnatec [dot] europa [dot] eu ( Nikola John), Tel.: +49 (30) 2280 2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per frageaterlebnis-europa [dot] eu (E-Mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
5. November 2020
Autor
Vertretung in Deutschland