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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung10. November 2022Vertretung in Deutschland

Pkw, Transporter, Lkw und Busse: Kommissions-Vorschlag für neue Emissionsnorm

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European Union, 2020

Neufahrzeuge, die auf Europas Straßen fahren, sollen in Zukunft sauberer werden. Dazu hat die EU-Kommission einen Vorschlag für Pkw, Transporter, Lkw und Busse vorgelegt, die Euro-7-Norm. Sie soll dazu beitragen, die Luftverschmutzung auf Null zu reduzieren, Fahrzeuge für die Verbraucher erschwinglich zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu fördern. Diese Vorschrift wird für alle Fahrzeuge gelten, auch für Elektrofahrzeuge. Wobei es einen gestaffelten Zeitplan gibt: Stimmen Europäisches Parlament und die Mitgliedstaaten im Rat zu, tritt die neue Verordnung am 1. Juli 2025 für neue leichte Nutzfahrzeuge (Pkw und Transporter) und am 1. Juli 2027 für neue schwere Nutzfahrzeuge (Lkw und Busse) in Kraft.

Die Euro-7-Norm wird die erste weltweite Emissionsnorm sein, die über die Regulierung der Auspuffemissionen hinausgehen und zusätzliche Grenzwerte für Partikelemissionen von Bremsen und Vorschriften für Mikroplastikemissionen von Reifen festlegen.

„Wir können keine Gesellschaft akzeptieren, in der die Belastung durch Luftverschmutzung allein in der EU-27 jährlich für mehr als 300 000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich ist“, sagte die für die Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin Margrethe Vestager. „Die neuen Vorschriften werden uns helfen, sauberere Luft zu atmen und den Sektor grüner und widerstandsfähiger zu machen. Wir müssen an dem Ziel des europäischen Green Deal festhalten und weltweit Maßstäbe setzen.“  Der Straßenverkehr ist die größte Quelle der Luftverschmutzung in den Städten.

Die neuen Euro-7-Norm wird dafür sorgen, dass Pkw, Lieferwagen, Lastkraftwagen und Busse unter realen Fahrbedingungen, die die Situation in Städten mit den größten Luftverschmutzungsproblemen besser widerspiegeln, viel sauberer sind, und zwar für einen viel längeren Zeitraum als nach den derzeitigen Vorschriften. 

Während die CO2-Emissionsvorschriften die Einführung von emissionsfreien Fahrzeugen vorantreiben werden, muss sichergestellt werden, dass alle Fahrzeuge auf unseren Straßen viel sauberer sind.  Im Jahr 2035 werden alle in der EU verkauften Pkw und Kleintransporter keine CO2-Emissionen mehr aufweisen. Im Jahr 2050 werden jedoch voraussichtlich mehr als 20 Prozent der Pkw und Lieferwagen und mehr als die Hälfte der schwereren Fahrzeuge auf unseren Straßen weiterhin Schadstoffe aus dem Auspuff ausstoßen. Auch batteriebetriebene Elektrofahrzeuge verursachen nach wie vor Schadstoffe durch Bremsen und Mikroplastik aus Reifen.

Die Euro-7-Norm wird all diese Emissionen verringern und die Fahrzeuge für die Verbraucher erschwinglich halten.

Die neuen Anforderungen basieren auf den Euro-7-Normen:

Der Vorschlag ersetzt und vereinfacht die bisher getrennten Emissionsvorschriften für Pkw und Transporter (Euro 6) sowie für Lkw und Busse (Euro VI). Mit der Euro-7-Norm werden die Emissionsgrenzwerte für alle Kraftfahrzeuge, d. h. für Pkw, Lieferwagen, Busse und Lkw, in einem einzigen Regelwerk zusammengefasst. Die neuen Vorschriften sind kraftstoff- und technologieneutral, d. h. es gelten dieselben Grenzwerte, unabhängig davon, ob das Fahrzeug mit Benzin, Diesel, Elektroantrieb oder alternativen Kraftstoffen betrieben wird. Die Ziele:

  • Bessere Kontrolle der Luftschadstoffemissionen aller Neufahrzeuge durch Erweiterung des Spektrums der Fahrbedingungen, die von den Emissionsprüfungen auf der Straße erfasst werden. Diese spiegeln nun besser die verschiedenen Bedingungen wider, denen Fahrzeuge in ganz Europa ausgesetzt sein können, einschließlich Temperaturen von bis zu 45°C oder Kurzstreckenfahrten, wie sie im täglichen Berufsverkehr vorkommen.
  • Aktualisierung und Verschärfung der Grenzwerte für Schadstoffemissionen: Die Grenzwerte für Lastkraftwagen und Busse werden verschärft, während die niedrigsten bestehenden Grenzwerte für Pkw und Kleintransporter nun unabhängig von dem vom Fahrzeug verwendeten Kraftstoff gelten werden. Die neuen Vorschriften legen auch Emissionsgrenzwerte für bisher nicht geregelte Schadstoffe fest, z. B. für Stickoxidemissionen von schweren Nutzfahrzeugen.
  • Regulierung der Emissionen von Bremsen und Reifen: Die Euro-7-Normen werden die ersten weltweiten Emissionsnormen sein, die über die Regulierung der Auspuffemissionen hinausgehen und zusätzliche Grenzwerte für Partikelemissionen von Bremsen und Vorschriften für Mikroplastikemissionen von Reifen festlegen. Diese Vorschriften werden für alle Fahrzeuge gelten, auch für Elektrofahrzeuge.
  • Sicherstellen, dass neue Autos länger sauber bleiben: Alle Fahrzeuge müssen die Vorschriften länger als bisher einhalten. Die Einhaltung der Vorschriften für Pkw und Lieferwagen wird bis zum Erreichen von 200.000 Kilometern und einem Alter von 10 Jahren überprüft. Damit verdoppeln sich die Dauerhaltbarkeitsanforderungen, die unter den Euro 6/VI-Vorschriften gelten (100.000 Kilometer und 5 Jahre). Ähnliche Erhöhungen werden auch für Busse und Lastkraftwagen gelten.
  • Förderung des Einsatzes von Elektrofahrzeugen: Die neuen Vorschriften regeln die Dauerhaltbarkeit der in Pkw und Transportern eingebauten Batterien, um das Vertrauen der Verbraucher in Elektrofahrzeuge zu stärken. Dies wird auch dazu führen, dass die Batterien nicht mehr so früh während der Lebensdauer eines Fahrzeugs ausgetauscht werden müssen, wodurch der Bedarf an neuen kritischen Rohstoffen für die Herstellung von Batterien sinkt.
  • Volle Nutzung der digitalen Möglichkeiten: Die Euro-7-Vorschriften werden sicherstellen, dass Fahrzeuge nicht manipuliert werden und dass die Emissionen von den Behörden auf einfache Weise kontrolliert werden können, indem Sensoren im Inneren des Fahrzeugs eingesetzt werden, um die Emissionen während der gesamten Lebensdauer eines Fahrzeugs zu messen.

Nächste Schritte

Der Vorschlag der Kommission wird dem Europäischen Parlament und dem Rat im Hinblick auf seine Annahme durch die Mitgesetzgeber vorgelegt.

Hintergrund

Der Straßenverkehr ist die größte Quelle der Luftverschmutzung in Städten. Im Jahr 2018 stammten mehr als 39 Prozent der (Stickstoffoxide) NOx- und 10 Prozent der PM2,5- und PM10-Primäremissionen in der EU aus dem Straßenverkehr. PM2,5- und PM10 sind Feinstaubpartikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (µm) bzw. von weniger als 10 Mikrometer. Diese Prozentsätze sind in Städten, in denen der Verkehr regelmäßig der Hauptverursacher der Luftverschmutzung ist, noch viel höher. Schätzungen zufolge verursachte der Straßenverkehr in der EU-28 im Jahr 2018 etwa 70 000 vorzeitige Todesfälle.

Im Jahr 2035 wird Euro 7 die gesamten NOx-Emissionen von Pkw und Transportern im Vergleich zu Euro 6 um 35 Prozent und von Bussen und Lkw um 56 Prozent im Vergleich zu Euro VI senken. Gleichzeitig werden die Partikel aus dem Auspuff um 13 Prozent bei Pkw und Transportern und um 39 Prozent bei Bussen und Lkw verringert, während die Partikel aus den Bremsen eines Pkw um 27 Prozent gesenkt werden.

Nach dem Dieselgate-Skandal hat die Kommission neue Tests zur Messung der Emissionen auf der Straße (die RDE-Methode) eingeführt und die Marktüberwachungsbefugnisse der Mitgliedstaaten und der Kommission erweitert, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge so sauber sind, wie es die Euro-6-Normen vorsehen.

Die Vorschriften über Schadstoffemissionen ergänzen die Vorschriften über CO2-Emissionen. Das vereinbarte Ziel einer 100-prozentigen CO2-Reduzierung bis 2035 für Pkw und Kleintransporter ist in diesem Vorschlag berücksichtigt worden. Die Kommission wird in den kommenden Monaten die CO2-Normen für Lastkraftwagen und Busse überprüfen.

Weitere Informationen:

Die vollständige Pressemitteilung

Vorschlag für eine Verordnung über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich ihrer Emissionen und der Haltbarkeit der Batterien (Euro 7)

Fragen und Antworten

Faktenblatt

Emissionen im Automobilsektor

Pressekontakt: nikola [dot] johnatec [dot] europa [dot] eu (Nikola John), Tel.: +49 (30) 2280 2410. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per frageaterlebnis-europa [dot] eu (E-Mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
10. November 2022
Autor
Vertretung in Deutschland