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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung6 Juli 2022Vertretung in Deutschland

Solidarität mit der Ukraine: Leitfaden für Aufnahme von Geflüchteten veröffentlicht

Das Bild zeigt die EU Flagge und die Ukraine Flagge.

Als Teil ihrer Initiative „Safe Homes“ hat die EU-Kommission Leitlinien entwickelt, um die Mitgliedstaaten bei der Unterbringung ukrainischer Schutzbedürftiger zu unterstützen. Der Leitfaden stellt Grundsätze und Praktiken vor, um etwa sicherzustellen, dass private Wohnlösungen für die Geflüchteten geeignet und sicher sind. Zudem sollen innovative Partnerschaften gefördert werden, zum Beispiel zwischen einzelnen Städten, die Flüchtlinge aufnehmen – aber auch zwischen den Mitgliedstaaten und den ukrainischen Behörden. Der Leitfaden zieht zudem Lehren aus den bisherigen Herausforderungen. Der Leitfaden ist ein weiteres Ergebnis eines Zehn-Punkte-Plans, um die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine besser zu koordinieren.

Aus Deutschland wird als positives Beispiel das Sozialzentrum „Zentrum Überleben“ hervorgehoben. Es bietet sowohl den Gastgebern als auch den aufgenommenen Personen online Unterstützung an, einschließlich psychologischer Betreuung.

Der Leitfaden legt auch einen Schwerpunkt auf nachhaltige Wohnlösungen für die Zukunft, die auf Beispielen und bewährten Verfahren von lokalen Behörden, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und allen beteiligten Akteuren aufbauen. Er sieht zudem die Unterstützung transnationaler Integrationsprojekte und kommunaler Patenschafts-Programme durch verfügbare EU-Mittel vor.

Der Leitfaden zieht Lehren aus den Erfahrungen, die bislang seit der Ankunft der ersten Vertriebenen aus der Ukraine gemacht wurden:

  • In den meisten Fällen gibt es keine Strukturen zur Unterstützung der Gastgeber, beispielsweise spezielle Kommunikationskanäle oder Möglichkeiten für den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung.
  • Die Überprüfung der Gastgeber, die Zusammenführung von Gastgebern und Flüchtlinge und der Umgang mit auftretenden Problemen sind komplexe Probleme. Sie erfordern die Zusammenarbeit zwischen mehreren Akteuren, einschließlich der öffentlichen Behörden. Bei der Unterbringung von Vertriebenen in Privatwohnungen ist eine Reihe von Aspekten zu berücksichtigen: z. B. die Erwartungen der Gastgeber und der aufgenommenen Personen, Fragen im Zusammenhang mit der Dauer des Aufenthalts, die Regeln des Zusammenlebens (z. B. Rauchen, Nutzung bestimmter Räumlichkeiten oder nicht), aber auch die besonderen Bedürfnisse der aufgenommenen Personen.
  • Ungeeignete Unterkünfte: In manchen Fällen entspricht die privat angebotene Unterkunft nicht ihrer Beschreibung und nicht dem angemessenen Lebensstandard.
  • Sicherheitsbedenken: Private Wohnungsangebote gewährleisten zwar eine schnellere Reaktion und schaffen zusätzliche Kapazitäten. Sie bringen aber auch Sicherheitsbedenken mit sich, die von Arbeitsausbeutung bis hin zu Menschenhandel reichen.
  • Gefährdete Gruppen und Menschen, die mit Haustieren reisen: Menschen mit Behinderungen und Menschen, die eine spezielle medizinische Versorgung benötigen (z. B. Krebspatienten, Menschen mit Rollstühlen, die diese zurücklassen mussten), haben Schwierigkeiten, geeignete Unterkünfte und/oder Pflegeplätze zu finden. Die Unterbringung von Kindern und älteren Menschen stellt ebenfalls eine besondere Herausforderung dar. Es ist wichtig, gut durchdachte Maßnahmen für die Unterbringung unbegleiteter Kinder zu entwickeln. Für Menschen, die mit Haustieren reisen, ist es ebenfalls schwieriger, eine geeignete Unterkunft zu finden.

Weitere Informationen:

Daily News vom 6. Juli

„Safe Homes“-Leitfaden

Factsheet zur „Safe Home“-Initiative

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
6 Juli 2022
Autor
Vertretung in Deutschland