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Vertretung in Deutschland
Pressemitteilung24. Juni 2022Vertretung in Deutschland

Ukraine beteiligt sich an LIFE-Programm für Umwelt und Klima

Wald.

Mit der Ukraine tritt das erste Nicht-EU-Land dem LIFE-Programm für Umwelt und Klima bei – und eröffnet sich so europäische Hilfe für das Beheben der Schäden durch die russische Invasion. Der für Umwelt, Meere und Fischerei zuständige Kommissar Virginijus Sinkevičius hat in Kiew mit dem ukrainischen Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen, Ruslan Strilets, das entsprechende Abkommen unterzeichnet.

Konkrete Beispiele

Der russische Angriffskrieg bringt Verschmutzung und Zerstörung der Umwelt mit sich. Militärische Ausrüstung und toxische Chemikalien im Wasser, im Boden und in der Luft könnten jahrzehntelang fortbestehen. Der Wiederaufbau in Bezug auf Energie, Baustoffe u. a. wird sehr ressourcenintensiv sein. Kommissar Virginijus Sinkevičius hat sich selbst ein Bild gemacht von einem Teil der Schäden, etwa beim Besuch der Forstwirtschaft von Zdvizhivsky. Dort wurde ein großes Waldgebiet durch militärische Infrastruktur zerstört, auch durch Schützengräben, das gesamte Gebiet ist vermint. Der Kommissar hat das Unternehmen „Teteriv forestry“ besucht, das durch die russischen Angreifer Schäden erlitten hat. Und er hat sich ein neues Labor angeschaut, das – finanziert auch mit EU-Fördermitteln - die Wasserqualität aus dem Einzugsgebiet des Dnieper überwacht.

Wiederaufbau dauert und ist teuer

Der EU-Kommissar erklärte: „Die Invasion Russlands in die Ukraine verursacht eine erhebliche unmittelbare Schädigung der Wasserversorgungs- und Abwassersysteme sowie der Meeres-, Land- und Luftverschmutzung, die langfristige Umweltauswirkungen haben wird. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit können sehr lange andauern. Im Rahmen dieser Partnerschaft können öffentliche und private Organisationen der Ukraine finanzielle Unterstützung für Projekte zur Sanierung verschmutzter Gebiete erhalten, die nach der Zerstörung in einer Weise wiederaufgebaut werden, die die Natur schützt und wiederherstellt und im Einklang mit einer Kreislaufwirtschaft ohne Emissionen steht.“

Kurz-, mittel- und langfristige Hilfe

Kurzfristig könnte das LIFE-Programm die Wiederaufbaubemühungen der Ukraine durch eine Bedarfsanalyse und die Mobilisierung und den Kapazitätsaufbau verschiedener Akteure unterstützen, um die Boden- und Wasserdekontaminierung durch naturbasierte Lösungen zu bekämpfen.

Mittel- und langfristig können Projekte wie in anderen am LIFE-Programm teilnehmenden Ländern darauf abzielen, ökoinnovative Techniken und Konzepte zu entwickeln und zu demonstrieren, bewährte Verfahren und Verhaltensänderungen zu fördern und andere zu fördern.

Ukrainische Antragsteller können bereits im Rahmen der LIFE-Aufforderungen 2022 Vorschläge einreichen. Damit ein Projekt finanziert werden kann, muss die Ukraine zunächst das Assoziierungsabkommen ratifizieren.

Unterstützung auch für ukrainische Forscher über Euratom

Die Europäische Kommission hat das Euratom-Arbeitsprogramm für Forschung und Ausbildung 2021–2022 geändert. Es gibt nun zwei Wege, ukrainische Forscherinnen und Forscher zu unterstützen (das gilt auch für diejenigen, die durch den russischen Angriffskrieg vertrieben wurden):

  • Zusätzliche 2,5 Millionen Euro für das EUROfusion-Konsortium. Mit dem Geld sollen ukrainische Fusionswissenschaftler und -ingenieure gezielt unterstützt werden, auch durch den Kauf von Ausrüstung und Hardware.
  • Neue Innovationsmaßnahme in Höhe von 10 Millionen Euro. Das Ziel: eine verbesserte Sicherheit der Versorgung mit Kernbrennstoffen für 35 von Russland konzipierte Wasser-Wasser-energetische Reaktoren, die derzeit sowohl in der EU als auch in der Ukraine betrieben werden.

Nukleare Sicherheit, Gefahrenabwehr, Strahlenschutz

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, erklärte: „Mit dieser Überarbeitung des Euratom-Arbeitsprogramms für Forschung und Ausbildung werden wir die in der Ukraine ansässigen und die durch den Krieg vertriebenen Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, ihre wichtige Arbeit im Bereich Forschung und Innovation im Nuklearbereich fortzusetzen. Sie wird auch dazu beitragen, künftig einen sichereren Weg für die Versorgung der WWER-Reaktoren mit Kernbrennstoff zu schaffen. Durch Zusammenarbeit können wir einen wichtigen Beitrag zur Forschung und Innovation im Nuklearbereich der EU und der Ukraine leisten.“

Das Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung (2021-2025) ist ein ergänzendes Finanzierungsprogramm zum Forschungsprogramm Horizont Europa. Es geht um Gefahrenabwehr und Strahlenschutz und darum, kontinuierlich die nukleare Sicherheit zu verbessern. Der Haushalt beläuft sich für die Jahre 2021 bis 2025 auf 1,38 Milliarden Euro.

Weitere Informationen:

Pressemeldung (englisch): Euratom Research and Training Work Programme 2021 – 2022 to provide support to scientists and engineers of Ukraine | European Commission (europa.eu)

Pressekontakt: Birgit Schmeitzner, Tel.: +49 (30) 2280-2300, Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190, Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820. Mehr Informationen zu allen Pressekontakten hier.

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Einzelheiten

Datum der Veröffentlichung
24. Juni 2022
Autor
Vertretung in Deutschland