
Deutsche Hochschulen haben in der aktuellen Auswahlrunde des Netzwerks der „Europäischen Hochschulen“ erfolgreich abgeschnitten: 23 deutsche Hochschuleinrichtungen nehmen an 19 der 20 Netzwerke teil. Mit einem Rekordbudget von 272 Millionen Euro fördert das Bildungsprogramm Erasmus+ nun 44 Europäische Hochschulen. Dem Netzwerk gehören aktuell 340 Einrichtungen in 31 Ländern an. EU-Bildungskommissarin Mariya Gabriel erklärte: „Der heutige Tag bringt uns unseren Zielen in der europäischen Hochschulbildung ein Stück näher: Interuniversitäre und -disziplinäre Campus, wo Studierende, Lehrkräfte und Forschende aus ganz Europa uneingeschränkt mobil sind und gemeinsam neues Wissen generieren. Ich bin stolz auf die höhere und langfristigere Förderung der Allianzen durch das Erasmus+-Programm und auf unseren inklusiven Ansatz, der es Hochschuleinrichtungen ermöglicht, sich bestehenden Allianzen anzuschließen oder neue zu bilden.“
In der ersten Auswahlrunde war Deutschland mit 15 Hochschulen vertreten, in der zweiten waren bereits 20 Hochschulen in Deutschland als Koordinatoren oder Partner der Netzwerke beteiligt.
Netzwerk über nationale Grenzen hinweg
Europäische Hochschulen wollen Studierende und Lehrende zusammenbringen, über Länder,- Sprachen- und Fachgebietsgrenzen hinweg. Dabei soll ein Netzwerk von Universitäten aus mehreren Ländern entstehen. Sie entwickeln gemeinsame Lehrpläne, damit Studenten, Doktoranden, Mitarbeiter und Forscher reibungslos zwischen den Hochschulen des Netzwerks wechseln können. Die Europäischen Universitäten spezialisieren sich auf bestimmte Fachgebiete wie z.B. digitale Technologien, Ingenieurs-, Sozial- oder Meereswissenschaften oder Kunst. Bislang gibt es 41 Europäische Universitäten, an 32 davon sind insgesamt 35 deutsche Hochschulen beteiligt.
Für vier Jahre erhält jede Allianz bis zu 14,4 Millionen Euro aus dem Programm Erasmus+. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem bisherigen Höchstbetrag von 5 Millionen Euro für drei Jahre.
Auch Hochschulen in Nicht-EU-Ländern sind beteiligt
Zusammen mit den im Jahr 2020 ausgewählten 24 Allianzen gibt es nun 44 Europäische Hochschulen, denen 340 Hochschuleinrichtungen in Hauptstädten und abgelegenen Gebieten in 31 Ländern angehören - d. h. in allen EU-Ländern und darüber hinaus in Island, Norwegen, Serbien und der Türkei. Bei der diesjährigen Ausschreibung konnten erstmals auch Allianzen mit Partnern aus Ländern des Bologna-Prozesses wie der Ukraine, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz eingegangen werden. Mit rund 1300 Partnern wie NRO, Unternehmen, Städten oder lokalen bzw. regionalen Behörden können die Europäischen Hochschulen die Qualität und den Umfang der tertiären Bildung erheblich verbessern.
Im Herbst 2022 steht das Erasmus+-Bewerbungsfenster zur Förderung aktueller und neuer Allianzen wieder offen.
Hintergrund
Europäische Hochschulen sind grenzüberschreitende Allianzen von durchschnittlich neun Hochschuleinrichtungen, die unterschiedliche Arten von Einrichtungen umfassen können (z. B. Hochschulen und Forschungsuniversitäten, Fachhochschulen, Technologieinstitute, Kunsthochschulen und Hochschuleinrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung) und geografisch in Europa breit aufgestellt sind.
Gemeinsam sind sie Wegbereiter für eine langfristige strukturelle, nachhaltige und systematische Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation in ganz Europa. Sie bieten auf die Lernenden ausgerichtete Curricula, die interuniversitär vermittelt werden. Sie ermöglichen so Studierenden, Lehrkräften und Forschenden aus allen Teilen Europas eine nahtlose Mobilität.
Mit der Zeit werden sie immer mehr Fakultäten, Institute, Bedienstete und Studierende vernetzen, innovativere, alltagsnahe und transdisziplinäre pädagogische Konzepte anbieten, mehr gemeinsame Programme durchführen, noch inklusiver sein und ihr Umfeld stärker einbinden.
Die Kommission präsentierte die Initiative „Europäische Hochschulen“ den EU-Spitzen im Vorfeld des Sozialgipfels von Göteborg im November 2017 als Teil eines übergeordneten Ziels, bis 2025 einen europäischen Bildungsraum zu schaffen.
Bis Mitte 2024 will die Europäischen Hochschulstrategie 60 Europäische Hochschulen mit mehr als 500 Hochschuleinrichtungen unterstützen. Dafür ist im laufenden Erasmus+-Programmplanungszeitraum 2021 – 2027 eine Rekordsumme von 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Die reine Forschungstätigkeit der Europäischen Hochschulen wird hingegen von der „Europäischen Exzellenzinitiative“ im Rahmen von Horizont Europa abgedeckt.
Weitere Informationen:
Ergebnisse der Auswahlrunde 2022
Initiative „Europäische Hochschulen“
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 27. Juli 2022
- Autor
- Vertretung in Deutschland